PETERSDORF - Es war Liebe auf den ersten Blick zwischen Ernst Schromm aus Petersdorf und dem weißen Schrotthaufen in Gestalt eines VW Käfers, der in Wilhelmshaven 1989 auf einem Tankstellengelände vor sich hin rostete.
Es ist der September 1989: Ernst Schromm ist er vor kurzem zum Fan alter Karossen geworden. Auf dem Heimweg von einem Oldtimermarkt sieht er eben diesen weißen Käfer auf der Tankstelle stehen – und will ihn haben. Schromm kauft die Rostlaube und bringt seine Errungenschaft nach Petersdorf. Der Käfer ist aus der Bauserie 1959 und hat schon die große Heckscheibe, die damals neu an dem Modell war.
In einem Album zeigt Ernst Schromm ein Foto, das seine Söhne Jan und Dirk im Kindergartenalter vor dem Käfer zeigt. „Heute sind sie erwachsen“, so Schromm – und der Käfer steht heute fast wie neu vor der Haustür: Rotbraun lackiert, glänzend poliert, ordentlich aufgepolstert und gründlich gewartet.
Doch bis dieser tadellose Zustand des Käfers hergestellt war, war es ein langer Weg – für alle Beteiligten. „Das Auto lag in zwei Teile zerlegt in zwei Garagen und ich hab mich immer nur gefragt: ,Wie will er das wieder zusammen kriegen?“, erinnert sich Ernst Schromms Frau Lucia. Aber der gelernte Schlosser bekam Karosserie und Aufbau wieder zusammen. Viele Teile mussten getauscht werden, es wurde eine Menge geschweißt und auch die Innenausstattung wurde komplett erneuert. „Die Sitzbezüge wollte ich erst reinigen, aber dann hatte ich auf einmal den ganzen Stoff in der Hand“, erinnert sich Schromm. Am 13. Mai 1996 gabs die erste TÜV-Plakette – ohne Mängel.
Der 57-Jährige arbeitet bei der Berufsfeuerwehr in Oldenburg.
Seinen Arbeitsweg legt er oft mit seinem Käfer zurück – zumindest im Sommer. „Die Heizung ist nicht besonders leistungsfähig, im Winter würde es ganz schön kalt im Auto werden.“ 110 Stundenkilometer soll der Käfer laut Fahrzeugpapieren in der Spitze schaffen. „Mit so einem Auto hält man sich eben automatisch an die Geschwindigkeitsbegrenzung.“
