PETRSDORF/CLOPPENBURG - Es war ein Kampf Bagger gegen Panzer. Diesen Kampf hat am Ende der Bagger klar gewonnen. Der Bagger steht am Straßenrand. Nicht weit weg liegt der Panzer in drei große Teile gerissen. Was genau an einem Sommertag im Jahr 1983 passierte, daran erinnert sich Ewald Macke gut. Ewald Macke hat damals im Bagger gesessen. In Petersdorf war er auf der Hauptstraße beschäftigt gewesen. Er sollte mit seinem Atlas 1704 – einem 23 Tonnen schweren Bagger – den alten Straßenbelag aufreißen und alles für die Sanierung der Kreisstraße 149 vorbereiten. Als er dann kurz vor der Brücke über die Vehne ankam, geriet er mit seiner Schaufel auf Metall: „Mitten in der Straße lag der Panzer. Das kurze Kanonenrohr steckte in der Teerdecke.“ Der heute 67-Jährige zeigt mit seinen Händen einen Abstand von etwa 20 Zentimetern an. „So tief steckte das Rohr da drin.“
Vorarbeiter ergreift Flucht
So ein Ereignis vergisst man nicht. Das weiß auch Elisabeth Macke (59). Die Ehefrau vom Baggerfahrer Macke hat die Geschichte vom Panzer in der Straße schon oft gehört. Der 67-Jährige muss schmunzeln: „Als unser Vorarbeiter Ewald Berlin sah, auf was wir da gestoßen sind, ging der uns von der Fahne.“ Er habe Schiss bekommen beim Anblick des Panzers. Doch ein Bombenräum-Kommando kontrollierte alles und gab dann Entwarnung.
Der gelernte Schmied erinnert sich noch genau, wie der Panzer gelegen hat. Der Spähpanzer – nach seinen Erinnerungen ein englischer oder ein kanadischer – war in einen Bombentrichter gefahren und dann von den Petersdorfern nicht weggeschafft worden. Damals wurde der Panzer zur Hälfte einfach in die Straße eingebaut. „Eine Panzerseite war in der Böschung, die andere in der Straße. Beim Panzer fehlte nur eine Kette“, sagt der Cloppenburger. Macke hatte Probleme, den Panzer zu heben. „Ich hab’ den Panzer in drei Teile gerissen, anders konnte ich den nicht bewegen.“
Gerne mit Bagger unterwegs
In Petersdorf kursierte ein Gerücht, dass Ewald Macke ein Lächeln ins Gesicht zaubert, das er aber nicht bestätigen kann: „Licht hat da am Panzer nicht mehr gebrannt.“
Ewald Macke ist gerne Baggerfahrer gewesen – fast 30 Jahre beim Bauunternehmen Bock aus Cappeln. Auch heute noch setzt er sich gelegentlich ins Führerhaus eines Baggers. Panzern ist er seit 1983 nicht mehr begegnet.
