Ganderkesee - Die Nerven der Nachbarschaft des neuen Famila-Marktes liegen blank: Seit rund vier Wochen müssen insbesondere die Bewohner der Häuser Im Knick 7 sowie 7a und b mit einem ständigen Pfeifton leben. Ursache der Lärmbelästigung ist der nur wenige Meter von den Wohnhäusern entfernt liegende Transformatorenraum des Einkaufsmarktes.

„Als ob man neben einem dauernd auf Hochtouren laufenden Staubsauger wohnt“, findet Günter Junker einen passenden Vergleich. Der 73-Jährige aus dem Mehrfamilienhaus Nummer 7a flüchtete für eine Woche in seinen Wohnwagen auf dem Campingplatz in Dötlingen. „Das war die einzige Chance für mich, mal wieder Nächte durchzuschlafen“, berichtet er. In seiner Wohnung sei das nicht mehr möglich, da er aufgrund einer Erkrankung nur mit offenem Fenster schlafen könne.

Besonders störe ihn auch, dass kein entspannter Aufenthalt auf den Balkonen möglich sei. „Der Ton hämmert auf die Ohren und das Gehirn der Anwohner ein“, ärgert er sich. Seine Frau Wilhelmine habe den Ton mittlerweile auch unterwegs wie einen Tinnitus im Ohr, beschreibt er.

„Jetzt ist Schluss!“, empört sich auch Nachbar Klaus-Dieter Stubbemann aus Haus Nummer 7. Anderthalb Jahre hätten sie den Baulärm anstandslos toleriert, aber die Geräuschkulisse, die der Transformatorenraum verursache, sei nicht zu ertragen. Deshalb wendeten sich die Anwohner an die Bünting-Gruppe sowie die Gemeinde und den Landkreis.

„Wir bedauern sehr, dass die Anwohner dadurch belästigt und in ihrer Ruhe gestört werden“, teilte Helen Drieling, Pressesprecherin der Bünting-Gruppe auf Anfrage der NWZ  mit. „Wir sind bestrebt, die Geräuschbelästigung schnellstmöglich und fachgerecht zu beseitigen.“


Vor Ort sollen zügig durch Fachleute Messungen zur Geräuschbelastung vorgenommen werden, so Drieling weiter. Zudem wurden laut Drieling bereits Firmen beauftragt, die den Transformatorenraum mit einer zusätzlichen Lärmschutzdämmung ausstatten.

„Eine Störung für die Nachbarschaft muss ausgeschlossen werden“, äußert sich Gemeindesprecher Hauke Gruhn zu der Beschwerde. Deshalb arbeite die Gemeinde eng mit dem Landkreis zusammen. Dieser hatte mit dem Planungsbüro des Famila-Marktes Rücksprache gehalten. Torsten Stuhr, stellvertretender Amtsleiter des Bauordnungsamtes, bestätigte den geplanten Einbau der Lärmschutzdämmung gegenüber der NWZ .

Ob sich die Situation dadurch entspannt, bleibt abzuwarten, denn „wenn erst mal alles in Betrieb genommen wird, kommt mit Sicherheit durch Lüftungsanlagen auf dem Dach eine zusätzliche Lärmbelästigung“, befürchtet Klaus-Dieter Stubbemann.