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Grünland Pflugverbot: Landwirte schlagen Alarm

Wesermarsch - Das betrifft fast alle Landwirte in der nördlichen Wesermarsch: Wer in ausgewiesenen Vogelschutzgebieten Grünland bewirtschaftet, soll dort ab dem Jahr 2015 auf jegliches Pflügen verzichten. In einem „Brandbrief“, so Kreislandvolkvorsitzender Peter Cornelius, fordern die Kreislandvolkverbände Wesermarsch und Friesland, dass auf ein solches generelles Pflugverbot verzichtet wird.

Den Brief haben sie jetzt unter anderem an Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), Bundes-Landwirtschaftsminister Dr. Hans-Peter Friedrich (CSU), Joachim Rukwied als Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes und Wesermarsch-Landrat Thomas Brückmann geschickt.

Damit wollen die Verbände erreichen, dass es im Zuge der Umsetzung des neuen Systems der Europäischen Union für landwirtschaftliche Direktzahlungen ab 2015 nicht zu weiteren Nutzungseinschränkungen für die Landwirtschaft auf Grünland in Vogelschutzgebieten kommt.

Gesetz ist in Arbeit

Nach Angaben von Wesermarsch-Kreislandwirt Peter Cornelius bereitet das Bundeslandwirtschaftsministerium zurzeit ein Durchführungsgesetz vor. Das Ministerium schlägt vor, strikte Verbote ausnahmslos auf sämtliche Dauergrünlandflächen in Natur-2000-Gebieten auszudehnen.

Peter Cornelius: „Damit würde Deutschland in extremer Weise über die europäischen Mindestanforderungen, die betrieblichen Belange der betroffenen Grünlandbetriebe und das bereits strenge Naturschutzfachrecht hinausgehen. Allein in den Landkreisen Friesland und Wesermarsch wären von diesen Maßnahmen mehr als 13 500 Hektar Grünland in Vogelschutzgebieten betroffen.“

In ihrem Brandbrief weisen die Kreislandvolkverbände darauf hin, dass zum Dauergrünland innerhalb ausgewiesener Natura-2000-Gebiete auch die EU-Vogelschutzgebiete Butjadingen mit 5400 Hektar, Marschen am Jadebusen mit 7700 Hektar sowie Hunteniederung mit 1800 Hektar und Wangerland mit etwa 2000 Hektar gehören.

Der Grünlandanteil liegt demnach dort bei nahezu 80 Prozent. Es handelt sich um hochwertiges und produktives Grünland. Bilogische Vielfalt ist nach Einschätzung des Kreislandvolks nicht gefährdet und auch die langfristige Klimaverträglichkeit bei Grünlanderneuerung oder auch Umwandlung in Ackerland sei gegeben.

Die dort zulässige Grünlandnutzung habe sich für den Wiesenvogelschutz in der Praxis bewährt. So seien bei der Uferschnepfe in der Stollhammer Wisch sehr gute Bruterfolge auf Maisflächen zu verzeichnen.

Erneuerung nötig

Ein Pflugverbot wäre laut Kreislandvolkverbänden naturschutzfachlich schädlich. Sowohl der Tausch von Acker- und Grünlandnutzung als auch eine generelle Erneuerung von Grünland zur Nutzung neuer Gräsersorten müssten weiterhin möglich sein.

Ein Pflugverbot stelle zudem einen massiven Eingriff in Eigentumsrechte dar und führe zu nicht nachvollziehbarer extremer Ungleichbehandlung.

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