PHIESEWARDEN - Als die elfjährige Hofhündin „Laika“ die kleine Maira mit ihrer feuchten Nase anstupst, bekommt das kleine Mädchen doch etwas Angst und sucht Schutz in den Armen ihrer Mutter. „Unser Hund ist sehr kinderlieb“, sagt Landwirt Carsten Hullmann beschwichtigend und krault den Vierbeiner. Maira schaut danach zwar noch etwas skeptisch, verliert dann aber langsam die Scheu vor all den vielen Tieren auf dem Bauernhof.

Der Kreislandvolkverband Wesermarsch bietet unter dem Titel „Aus Gras wird Milch“ ein Programm für Klassen der Grundschulen an. Diesmal jedoch hatten sich Mädchen und Jungen aus dem Kindergarten an der Albert-Schweitzer-Straße auf den Weg gemacht, um den Hof von Carsten Hullmann in Tempel zu erkunden. Sie wurden von dem Landwirt und von Gesa Gebken empfangen, die das Bildungs- und Kooperationsprojekt „Transparenz schaffen – von der Ladentheke zum Erzeuger“ begleitet. Während sich zwei Kindergartengruppen bei Carsten Hullmann informierten, waren zwei weitere auf dem Hof von Andreas Speckels-Suhren am Mittelweg.

Mit der Landwirtschaft auf Tuchfühlung: Für die Mädchen und Jungen war der Ausflug ein Erlebnis. Furchtlos und keck marschierten sie in den Rinderstall, standen den großen Kühen gegenüber und hatten auch keine Bedenken, Kälber, Kühe und junge Ochsen mit Silage zu füttern. Sehen und Anfassen lautete die Devise am Mittwoch.

Seit Anfang der Woche erfahren die Mädchen und Jungen im Kindergarten, was es mit der Milch auf sich hat. Das Erlebte soll nun noch einmal zur Sprache kommen. Lebensmittel und Mahlzeiten wie Quarkspeisen und geschüttelte Sahne aus dem zuvor auf dem Betrieb kennen gelernten Urprodukt wollen sie herstellen.

Vorbereitet auf das Projekt wurden Landfrauen wie Gesa Gebken von Birgit Luiken, Fachkraft für Freizeit- und Umweltpädagogik. Seinen Betrieb stellte Carsten Hullmann erstmals für eine derartige Besichtigung zur Verfügung. Den Hof, der seit 1895 in Familienbesitz ist, bewirtschaftet er seit 1997. Er kümmert sich um rund 200 Tiere.