PHIESEWARDEN - PHIESEWARDEN - Der Anblick ist alles andere als appettitlich: Neben dem Altkleidercontainer der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft in Phiesewarden türmt sich ein Berg gebrauchter Klamotten auf: T-Shirts, Pullover, Unterwäsche, Hosen und Schuhe liegen im Dreck herum. Der Container selbst ist mit Textilien vollgestopft. Hin und wieder spielen Kinder mit den Kleidungsstücken und werfen sie in den Graben. Die Nachbarn in der Ringstraße sind nicht gerade erfreut darüber.
Kathrin Wagener ist verärgert über den Zustand. Mit Anrufen bei der Stadtverwaltung habe sie versucht, das Problem zu lösen, sagt die 21-Jährige. Bislang aber ohne Erfolg. Nach ihren Worten ist der Zustand seit einigen Wochen unverändert.
Das Problem, dass die Kleidungsstücke neben den Containern abgelegt werden, wenn die Behälter voll sind, ist der DLRG bekannt. „Und vor allem in Phiesewarden ist es besonders schlimm“, sagt der Schatzmeister der Ortsgruppe Nordenham, Andreas Pachal. Nach seinen Worten unterhält die Ortsgruppe insgesamt 34 Altkleidercontainer im Stadtgebiet. „Früher konnten wir die Container im Zwei-Wochen-Rhythmus leeren“, sagt er. Aber zurzeit werden so viele Altkleider entsorgt, dass wir kaum noch hinterherkommen.“ Andreas Pachal weist darauf hin, dass die Fahrer der DLRG ehrenamtlich unterwegs sind, nach Feierabend.
Der Schatzmeister räumt ein, dass der DLRG das Altkleiderproblem langsam über den Kopf wächst. Und das hat mehrere Gründe: Neben dem erhöhten Aufkommen an Altkleidern machen unbekannte Feuerteufel den Ehrenamtlichen zu schaffen. Andreas Pachal spricht von einer Brandserie. In den vergangenen Monaten seien mindestens ein Dutzend Altkleidercontainer in Nordenham angezündet worden. Hinzu kommt, dass es einige Nutzer mit den Hinweisen auf den Containern nicht so genau nehmen. Die DLRG hat schon gebrauchte Windeln, Kartoffelsalat, Fäkalien, tote Tiere und Rasierklingen in den Behältern gefunden. Für die Helfer, die den Müll aussortieren müssen, ist das natürlich eine ziemlich unangenehme Aufgabe. Und die Kleidungsstücke, die neben die Behälter gelegt werden – größtenteils sind sie noch nicht einmal verpackt –, sind für die Lebensretter unbrauchbar.
Andras Pachal verspricht, dass die DLRG umgehend die Altkleider in Phiesewarden abholen wird. Außerdem kündigt er an, dass die DLRG eine ganze Reihe von Standorten aufgeben wird, damit es keine Probleme mehr bei der Abfuhr gibt. „Auch in Phiesewarden werden wir den Container aufgrund der bisherigen schlechten Erfahrungen wohl wieder abbauen“, sagt Pachal.
