Huntlosen - Auch das Naturkost-Handelsunternehmen Kornkraft aus Huntlosen (Kreis Oldenburg) bewirbt sich um den Preis für Innovative Ausbildung (PIA) der Nordwest-Zeitung. Mit dem Preis werden Unternehmen aus dem Oldenburger Land gewürdigt, die in der Berufsausbildung mit kreativen Ideen mehr tun als üblich.

Ausbildungsbetreuer Niklas Behnken von Kornkraft (120 Mitarbeiter, zehn Auszubildende) überschreibt die Bewerbung so: „Bio-Detektive entdecken Kornkraft und die Bio-Branche“. Konkret wird dem Nachwuchs – angehende Kaufleute im Groß- und Außenhandel, Kaufleute im Einzelhandel, Fachkräfte für Lagerlogistik/Fachlageristen und Berufskraftfahrer – eine besonders umfassende Einführung ermöglicht.

„Besonders bei Kornkraft ist auch der tiefe Einblick in die Bio-Branche, die bereits mit dem Ausbildungsstart beginnt und sich durch die gesamte Ausbildungszeit zieht“, schreibt Behnken. Die Einführung der Azubis erstrecke sich über zwei volle Tage.

„Am ersten Tag steht das Kennenlernen des Betriebes sowie der neuen Kollegen/innen und Mitauszubildenden im Fokus. Nach einer spielerischen Kennlernrunde mit dem Ausbilder werden die Neuen von einem Azubi aus dem dritten Lehrjahr durch das Unternehmen geführt. Hier haben sie auch die Möglichkeit, in entspannter Atmosphäre Fragen zur Ausbildung zu stellen und Informationen aus erster Hand zu bekommen“, heißt es. „Anschließend müssen die Auszubildenden selbst ran: In kleinen Teams bekommen sie Exkursionsaufträge und besuchen die einzelnen Abteilungen mit ausgehändigten Laufzetteln. Hier haben sie die Möglichkeit, nebenbei auch die Kollegen kennenzulernen. Anschließend werden die Ergebnisse vor den Gruppen und dem Ausbilder präsentiert.“

Nach einem kostenlosen Mittagessen in der Unternehmenskantine gibt der Ausbilder einen Einblick in Firmengeschichte und -struktur und erklärt den Ablauf sowie die Formalitäten der Ausbildung. Es folgt eine Feedbackrunde.


Am zweiten Tag steht für die neuen Auszubildenden das jährliche „ Bio-Basic Seminar“ statt. Es vermittelt einen Grundstock an Bio-Fachwissen und begeistert sie für das Thema Naturkost. Abgerundet wird es durch einen Besuch bei einem naheliegenden Bio-Bauern, der den „Bio-Detektiven“ einen praktischen Einblick in die Arbeit auf einem Bio-Hof gewährt.

Unterm Strich fühlten sich die neuen Azubis „perfekt vorbereitet“ für einen gelungenen Start in die Ausbildung. Auch werde ihnen spürbar ihre Nervosität genommen.

„Das ist ein guter Start, wir lernen erst den Betrieb und die anderen Azubis kennen und haben dann ein Grundlagenseminar, das gefällt mir gut, ein toller Mix aus Theorie und Praxis.“ lobt die 20-jährige Thea Patzelt, die eine Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau beginnt.

Außerdem haben die Azubis die Möglichkeit, neben der Ausbildung den zertifizierten Lehrgang zum/zur „Naturkostberater/in“ zu absolvieren – einschließlich Exkursionen zu Erzeugern und Höfen. Behnken weist zudem auf ein breites Seminarprogramm im Betrieb hin, auf Fahrten zu Erzeugern und auf Hofpraktika. So würden sie umfassend auf die Berufsfelder in der Biobranche vorbereitet. Es werde das Vertrauen der Kunden gewonnen und die Bindung der Azubis zur Firma gestärkt. Dieses „Zusatzwissen“ werde nicht in Berufsschulen vermittelt, betont Behnken.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)