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Pilgerpfad nicht nur für Christen

Anna Zacharias

FRAGE:

Ein Pilgerpfad mitten in der Stadt – wie kamen Sie auf diese Idee?

WOLTER

: Es gibt ein zunehmendes Interesse an spirituellen Erfahrungen. Als ich dem Leiter der Osnabrücker Marketing- und Tourismusgesellschaft das Konzept vorgestellt habe, hat er sofort strahlende Augen bekommen und gesagt: Die Leute fragen bei uns auch nach anderen Zugängen, sie wollen Stadt anders erleben. Ich selber habe das mal im Rahmen einer Fortbildung erlebt, bin mit einem Bibelvers durch die Stadt gegangen und habe alles unter diesem Aspekt gesehen. Das war spannend. So ist die Idee für die „Spur des Friedens“ entstanden.

FRAGE:

Wie genau funktioniert der Pilgerweg? 

WOLTER

: Die Frage: was macht diese Stadt mit mir und meinen Sinnen? steht im Vordergrund. Es geht vor allem darum, mal ganz offen, ohne bestimmt Zielrichtung, durch die Stadt zu gehen. Im Hintergrund steht dann ein Bibelvers und eine Ausgangsfrage als Impuls und eine Wegbeschreibung. Jeder kann sich dabei entscheiden, worüber er nachdenken will oder ob er einfach nur dem Weg folgen will. Wer den Pfad beschreiten will, sollte sich am besten an die Tourismus-Information der Stadt wenden oder in den Kirchen nachfragen. Das Heft wird gegen eine Schutzgebühr von einem Euro ausgeteilt.

FRAGE:

Eignet sich der Pfad nur für christliche Touristen, oder nehmen auch andere das Angebot wahr?

WOLTER

: Interessanterweise berichtete die Pilgerpastorin der Landeskirche Amélie zu Dohna, dass gerade die Gruppen, die sonst nicht regelmäßig die Kirchen besuchen – also jüngere Menschen zwischen 20 und 40 Jahren und auch viele Männer – diesen Impuls interessant finden. Der Pilgerweg ist auch durchaus keine Kirchen-Besichtigung, sondern führt z.B. auch zu Denkmälern in der Fußgängerzone. Wir wollen auch noch Führer ausbilden, die Interessierte auf dem Weg begleiten können, wenn das gewünscht ist. Da sind wir gerade dabei, die Gemeinden vor Ort zu kontaktieren. Meiner Ansicht nach ist das Angebot für alle geeignet, für Ortsfremde wie Ortskundige, Christen wie Nicht-Christen.

Martin Wolter

(59) ist Citypastor in Osnabrück. Gemeinsam mit der ehemaligen Kirchenvorsteherin Jutta Weyhmann-Harke und der Pilgerpastorin der Landeskirche Amélie zu Dohna hatte er die Idee für einen Stadtpilgerweg in Osnabrück.  @ Infos unter

http://www.osnabrueck.de

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