Friesoythe - Der C-Port will sich schick machen: C-Port-Geschäftsführer Martin Kropp hatte noch vor einiger Zeit angekündigt, sich auch für andere Branchen öffnen zu wollen. Unternehmen, die sich ansiedeln möchten, sollen die Möglichkeit eines Gleisanschlusses erhalten. „Unser Ziel ist es, fertige Pläne dafür in der Schublade zu haben“, sagt Martin Kropp gegenüber der NWZ , macht aber gleichzeitig deutlich, dass es andere Bereiche gebe, mit denen sich der C-Port-Geschäftsführer derzeit intensiver beschäftige – etwa die Anbindung über die Straße: An der B 72 laufen derzeit die Vorarbeiten für die Abfahrt in Richtung C-Port. Kropp: „Wir rechnen dadurch mit einer deutlichen Aufwertung der Flächen.“

An einem Masterplan für den Gleisanschluss wird bereits seit 2008 gearbeitet. Priorität dabei wird vor allem dem Anschluss von Süden über Friesoythe eingeräumt. Der Anschluss über den Norden würde alleine rund zehn Millionen Euro teurer werden. weil eine Eisenbahnbrücke über den Küstenkanal gebaut werden müsste. Die müsste so hoch werden, dass dreilagige Containerschiffe darunter fahren könnten.

„Wir haben eine Zukunftsoption mehr“, sagte Dirk Vorlauf, Erster Stadtrat und Geschäftsführer der Friesoyther Eisenbahnentwicklungsgesellschaft (FEG). Er kann einer Gleisanbindung an den C-Port viele Vorteile abgewinnen: 3000 Tonnen transportiere ein Güterzug, ein Lastwagen nur 40. Selbst wenn der Zug nicht mehr als einmal in der Woche durch Friesoythe rolle, könnten schnell 100 000 Tonnen an den C-Port verfrachtet werden, rechnet Vorlauf vor.

Die Trasse würde allerdings quer durch Friesoythe laufen, Parkplätze vor einigen Geschäfte würden wegfallen. „Rechtlich gesehen sind die Flächen zum C-Port verfügbar“, sagte Erster Stadtrat Vorlauf. Zwar sei die Trasse teils überbaut, aber die Anlieger seien über die „Gleisoptionsflächen“ informiert. Die Strecke sei nie umgewidmet worden. Vorlauf beruhigt die Anwohner aber: „Aktuell steht nichts an.“

In Friesoythe würde die Trasse am Grünen Hof entlang der Geschäftsgebäude quer über den Europaplatz gehen, dann über die Bahnhofstraße entlang des Friedhofs bis zum Radweg – dem alten Bahndamm Richtung Sedelsberg. Neu gebaut werden müsste eine Gleisstrecke von rund sechs Kilometern Länge. Die Gesamtkosten hatte 2008 die Firma Contrack GmbH – sie war vom Kreistag beauftragt worden, ein Gutachten zu erstellen – auf rund 13 Millionen Euro berechnet. Die Gutachter hatten aber auch auf die „städtebaulich problematische Wiederherstellung der Durchfahrt in Friesoythe“ hingewiesen.

Der Güterverkehr auf den Gleisen habe in den vergangenen Jahren erheblich an Interesse gewonnen, berichtet Vorlauf, und verweist auf die Holz- und die Mineralgemisch-Transporte auf der Strecke, die in Garrel umgeschlagen würden.

Auch die neue rot-grüne Landesregierung hatte bereits deutlich gemacht, dass sie dem Güterverkehr auf den Gleisen höhere Priorität einräumen möchte. Vorlauf: „Und vielleicht ist in 20 oder 30 Jahren auch der Personenverkehr auf der Strecke wieder unterwegs.“