Harpstedt - Er habe sich wirklich einen schöneren Anlass für diese Wahl vorstellen können sagte Stefan Pleus am Donnerstagabend, nachdem ihn die übrigen Ratsmitglieder im Gasthaus Wülfers einstimmig zum stellvertretenden Bürgermeister von Groß Ippener gewählt hatten. Er freue sich aber dennoch über das Vertrauen, dass ihm der Rat entgegenbringe und nahm die Wahl an.

Der 44-jährige Pleus übernimmt als stellvertretender Bürgermeister das Amt von Heinrich Ehlers, der im November nach langer Krankheit verstorben war. Ehlers hatte das Amt 18 Jahre ausgeübt. Dass Pleus, wie zuvor Ehlers, auch zum Verwaltungsvertreter von Bürgermeister Georg Drube gewählt wurde, war da schon Formsache. Auch bei dieser Entscheidung war das Ergebnis einstimmig, Pleus enthielt sich bei beiden Abstimmungen. Zuvor war bereits Lars Gillerke als Nachrücker für den ebenfalls frei gewordenen Sitz von Heinrich Ehlers im Gemeinderat verpflichtet worden.

Glückwünsche gab es nicht nur von den Ratsmitgliedern und Bürgermeister Drube sondern auch von Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse, der seine angekündigte Besuchsreihe in den Räten der Mitgliedsgemeinden in Ippener startete.

Vor Ort war auch Ingo Fichter in seiner Eigenschaft als Kämmerer. Er legte dem Rat den fertigen Haushalt für das Jahr 2015 zur Abstimmung vor. Nach der ersten Beratung aus dem November gab es keine größeren Veränderungen mehr – die geplanten Investitionen belaufen sich auf 75 000 Euro für die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf energiesparende LED-Technik, 7000 Euro für einen Tresen in der Turnhalle und 8000 Euro für die Beleuchtung im Dorfgemeinschaftshaus.

Die Gewerbesteuereinnahmen sind 2014 sogar auf mehr als die erwarteten 1,2 Millionen Euro angewachsen – die Summe ist aber das Ergebnis einer einmaligen Sonderzahlung – für 2015 erwartet der Kämmerer nur 550 000 Euro. Weil die Kreis- und Samtgemeinde-Umlage aber auf Basis der Gewerbesteuereinnahmen aus dem Vorjahr errechnet werden, muss die Gemeinde hier kräftig zulegen.


An den Kreis gehen 581 000 Euro, an die Samtgemeinde 863 000. So entstehe im Ergebnishaushalt ein planerisches Minus von 591 000 Euro, so Fichter, dass könne allerdings mit den Überschüssen aus den Vorjahren ausgeglichen werden, so dass der Haushalt als ausgeglichen gelten könne.

Dass die Gemeinde jetzt mehr Geld ausgebe als sie einnehme, sei nicht erfreulich meinte Georg Drube. Stefan Pleus betonte, dass die Gemeinde von der gerade gesenkten Samtgemeindeumlage profitiere – und angesichts einer Rücklage in Höhe von gut 1,54 Millionen Euro konnten die Ratsmitglieder dem Haushalt beruhigt zustimmen.