Wangerooge - Im Jahr 2012 hat die Vogelschutzwarte des Mellumrats auf Wangerooge 54 verschiedene Brutvogelarten gezählt. Laut Brutvogelbericht von Geschäftsführer Mathias Heckroth waren die Stationen auf Wangerooge durchgängig mit übers Jahr verteilt insgesamt 18 Personen besetzt.
Nachdem 2011 das Gelege eines Löfflerpaars durch Hochwasser verloren gegangen war, wurde diese Art 2012 lediglich gesichtet.
Verglichen mit dem Vorjahr hat sich der Bestand des Kiebitzes mit 28 Brutpaaren erneut fast halbiert (2011: 53, 2010: 55, 2009: 59, 2008: 70).
In diesem Jahr wurden drei Kiebitze beringt, damit sind insgesamt 18 Vögel farbig beringt. Zwei der 2011 beringten Kiebitze wurden dieses Jahr als Brutvögel auf Wangerooge wieder beobachtet.
Bei der Uferschnepfe ist der Bestand mit zwölf Brutpaaren ebenfalls deutlich gesunken (2011: 19, 2010: 29, 2009: 23, 2008: 24). Auch beim Austernfischer gehen die Bestände weiter zurück. Sandregenpfeifer und Zwergseeschwalbe wurden lediglich gesichtet – „hier führten sicherlich Arealverluste durch Sturmfluten zum Ausbleiben der Brut“, so Heckroth.
Weitere Brutvogelarten waren unter anderem Nonnengans (5 Brutpaare), Sumpfohreule (1) und Kornweihe (1). Im Rahmen des Projekts „Kornweihen im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer – Entwicklung eines Schutzkonzepts“, gefördert durch die Nationalparkverwaltung und die Niedersächsische Ornithologische Vereinigung, wurden drei junge Kornweihen farbig beringt.
Besondere Seltenheiten bei den Gastvögeln waren im Januar zwei Polarmöwen und ein durchziehender Papageitaucher. Im März wurden auf der Insel ein Weißstroch und ein Kranich, im April ein Kuhreiher, im Mai ein Zwergschnäpper, im August ein Mornellregenpfeifer, im Oktober ein Waldpieper, zwei Spornpieper, drei Sturmtaucher, zwei Schwalbenmöwen, eine Kappenammer und drei Gelbbrauen-Laubsänger sowie im November ein Eistaucher und ein später Wiedehopf gesichtet.
„Interessant war auch die Beobachtung eines farbberingten Meerstrandläufers, der am 10. September 2011 auf Spitzbergen beringt wurde und am 8. April 2012 von Johannes Melter und am 4. November auf Wangerooge von Andreas Bange beobachtet wurde“, so Heckroth.
