Hude - Die Diskussion um die Umgestaltung der Kreuzung Vielstedter Straße (K 226)/Hohe Straße/Burgstraße hat jahrzehntelang Aktenordner gefüllt. Da kommt es bei der Umsetzung des Ergebnisses der im Juni 2011 vorgenommenen Bürgerbefragung offenbar auf ein paar Wochen oder Monate mehr auch nicht mehr an. Wegen der langen Vorlaufzeit in der Abstimmung mit der Deutschen Bahn ist die so genannte „kleine Lösung“ ohnehin frühestens 2015 zu realisieren. Der Huder Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt hat am Mittwochabend auf Antrag von Friedrich Schnabel (CDU) ein Votum über die Vorentwurfsplanung vertagt. Für eine Zurückstellung waren neben den Christdemokraten auch Grüne, FDP, Ratsneuling Paul Konertz und Ausschussvorsitzender Hermann Dunkler-Gronwald (beide SPD), der vor vollen Zuhörer-Reihen sichtlich Spaß an der Sitzungsleitung hatte.
Während die Planung vor zwei Wochen im Fachausschuss des Landkreises, der wegen der Kreisstraße federführend ist, weitgehend nachfragefrei zur Kenntnis genommen wurde, war das in Hude am Mittwoch anders. Zwar wurde der Kern der Planung, der Bau eines drei Meter breiten Extra-Tunnels für Radfahrer und Fußgänger westlich der vorhandenen Bahnunterführung, nicht in Frage gestellt. Die planerische Umsetzung der gewünschten Abbiegespuren und die Führung von Geh- und Radwegen traf indes auf Kritik. Das galt vor allem für die künftige Linksabbiegespur von der Burgstraße in die Vielstedter Straße. Laut Frank Schröder, Geschäftsführer des vom Landkreis beauftragten Ingenieurbüros „Bauplanung Nord-Oldenburg“, bietet diese Spur gerade einmal drei Fahrzeugen Platz, weil direkt dahinter eine zwei Autos fassende Aufstellfläche für Linksabbieger zur Zufahrt des E-Centers angeordnet sein soll. „Das ist nicht die Verbesserung, die wir uns vorgestellt haben“, sagte Grünen-Fraktionschefin Birte Wachtendorf. Eine zunächst vorgesehene Linksabbiegespur von der Vielstedter Straße in die Burgstraße halten die Planer für überflüssig.
Auf allgemeine Zustimmung im Ausschuss traf die Forderung von Ralf Schepker (SPD), auf eine Radwegeführung auf der Nordseite der Burgstraße zu verzichten und stattdessen auf der Südseite, also vor dem E-Center, einen gegenläufigen Rad- und Fußweg in Richtung Schulzentrum anzulegen. Gleichzeitig warb Schepker dafür, das der Gemeinde zur Verfügung stehende ehemalige „La Villa“-Eckgrundstück stärker einzubeziehen und in Höhe des neuen Extra-Tunnels eine Aufstellfläche für Radfahrer zu schaffen. So könne man auf eine Querungshilfe im weiteren Verlauf der Burgstraße verzichten und Kosten sparen.
Apropos Kosten: Die waren CDU-Fraktionschef Horst Linnemann ein Dorn im Auge. Die in der Bürgerbefragung mit einer Million Euro beworbene „kleine Lösung“ habe sich bereits jetzt auf 1,5 Millionen Euro verteuert. Ein Grund dafür sind neben Kosten für Oberleitungssicherungsmaßnahmen, die sich die Bahn bezahlen lässt, rund 200 000 Euro für eine Gleishilfsbrücke, die laut Schröder in zwei Nächten eingebaut werden soll: „Im Schutze dieser Konstruktion kann dann tagsüber gebaut werden.“
Die Änderungswünsche sollen nun in die Planung eingearbeitet werden. Um keinen „Blindflug“ zu steuern, fordert die CDU auch eine detailliertere Kostenberechnung. „In der Vorplanung können wir die Kosten nur grob abschätzen“, wehrte Silke Baehr von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ab.
