Varel - Eine Mehrheit aus SPD, CDU und BBV hat am späten Dienstagabend im Planungsausschuss der Stadt Varel die Ansiedlung des Discounters Aldi auf der Schützenwiese befürwortet. Auf dem städtischen Grundstück neben dem Famila-Warenhaus an der Bürgermeister-Heidenreich-Straße 1 könnte ein eingeschossiger Markt mit 1150 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen.

Die Lieferzufahrt soll zwischen dem neuen Gebäude und dem 2013 erweiterten Famila-Markt gebaut werden, um Anwohner vor Lärm zu schützen. Die Öffnungszeiten sollen von 7 bis 20 Uhr gelten, die Anlieferung soll bis 22 Uhr möglich sein. Der bisherige Standort liegt 600 Meter Luftlinie entfernt stadtauswärts an der Gertrud-Barthel-Straße 1. Er soll aufgegeben werden. In das Gebäude will die Raiffeisen-Warengenossenschaft Ammerland-Oldenburg mit einem Markt einziehen.

Die Ausschussmitglieder diskutierten das Thema im Sitzungssaal des Rathauses II in Langendamm, Am Jadebusen 20, sehr kontrovers, aber sachlich. Kritik übte vor allem Karl-Heinz Funke von der Fraktion Zukunft Varel (ZV): „Mit der Ansiedlung von Aldi schaffen wir ein eigenes kleines Zentrum auf der Schützenwiese. Eine Perspektive für die Innenstadt ist damit nicht verbunden.“

Er forderte, das Projekt noch drei Jahre aufzuschieben, um die Kaufkraftströme von Famila in die Innenstadt zu überprüfen. Das große Einkaufszentrum war erst im Juni 2013 eröffnet worden.

Negative Auswirkungen auf die Kaufleute in der Innenstadt befürchtet auch Iko Chmielewski von der Fraktion Menschenmüll Wähleraktion (MMW). „Wir graben der Innenstadt den Bedarf ab“, sagte er und bezog sich auf die Einwände der Industrie- und Handelskammer (IHK). Diese warnte vor negativen Folgen durch eine Umverteilung des Umsatzes zu Lasten der Innenstadt (NWZ berichtete).

„Es wird sich nicht viel für die Innenstadt ändern“, hielt Rudi Böcker vom Bürgerbündnis Varel (BBV) dagegen. Durch die Verlagerung entstehe kein neuer Laden. Auch Hannelore Schmidt (SPD) sieht keine Probleme, da der neue Markt 600 Meter näher ans Stadtzentrum zieht: „Davon hat die Innenstadt mehr.“


Die Discounter seien ohnehin nicht das Problem. „In der Innenstadt gibt es keine qualifizierten Fachgeschäfte mehr“, betonte Peter Nieraad (CDU). Bernd Redeker (CDU) ergänzte: „Es fehlen inhabergeführte Geschäfte.“

Über die Ansiedlung des Discounters wird am 28. Mai im nicht öffentlichen Verwaltungsausschuss diskutiert. Der Rat der Stadt Varel entscheidet dann in einer öffentlichen Sitzung am Mittwoch, 24. Juni, im Sitzungssaal des Rathauses an der Windallee 4.

Olaf Ulbrich
Olaf Ulbrich Kanalmanagement (Ltg.)