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FRAGE:
Herr Pfriem, worum ging es bei den 3. Spiekerooger Klimagesprächen?
PFRIEM
: Wir haben uns mit der tiefen Kluft zwischen dem Wissen, das wir über den Klimawandel haben, und der Tatsache, dass sich in der Gesellschaft trotzdem nur wenig verändert, beschäftigt. Das war der Ausgangspunkt für die Klimagespräche, die zum ersten Mal 2009 stattgefunden haben. Teilgenommen haben auch Vertreter aus der Wirtschaft. Wie können die, die etwas bewegen wollen, wirksamer werden? Diese Frage haben wir uns gemeinsam gestellt. Es gibt Bürger, die sich durch eigene Aktionen von externer Energiezufuhr „befreit“ haben, derartige Beispiele haben wir unter anderem besprochen. Dabei haben wir dieses Mal bewusst „entprofessionalisiert“, also vor allem auch Diskussionsteilnehmer aus der Wirtschaft eingeladen.
FRAGE:
Zu welchen Ergebnissen sind Sie gekommen?
PFRIEM
: Dieses Mal waren auch Vertreter aus der Design-Branche vertreten. In der Architektur gibt es bei der Gestaltung von Häusern und Städten neue ökologische Strömungen. Internationale Phänomene wie „Urban Gardening“ – Gärten in der Stadt – gibt es auch in Berlin schon. Derartige Projekte könnten auch zu einer internationalen Bewegung werden.
FRAGE:
Sie sagen auch, das Bürger mehr einbezogen werden müssen bei politischen Entscheidungen. . .
PFRIEM
: Das ist ja eigentlich nun schon ein alter Hut. Aber es wurde lange Zeit von Partizipation geredet, und es ist furchtbar wenig praktizierte Fantasie, wie man das machen kann. Wir haben darüber diskutiert, wie so etwas umgesetzt werden könnte. Bevor die Politik eine endgültige Entscheidung fällt, sollten gerade die ökologisch aktiven Bürger herangezogen werden. Im Nordwesten könnte man zahlreiche Beispiele für das Engagement der Bevölkerung bringen, das bei Entscheidungen nicht berücksichtigt worden ist. Ich will keine allgemeine Politiker-Schelte machen, aber ich habe nicht den Eindruck, dass sich auf der Beratungsebene etwas getan hat. Vor allem lokale politische Beiträge sind da etwas zu fantasielos.
Prof. Dr. Reinhard Pfriem (62)
ist seit 1994 Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Unternehmensführung und Betriebliche Umweltpolitik an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. @ Infos unter