Lohne - Limitierte Investitionsmöglichkeiten, politische Unsicherheit, geringe Nachfrage nach Biogasanlagen: Das Jahr 2013 steht für Envitec Biogas unter keinem guten Stern. „Das Vertrauen in die gesetzlichen Rahmenbedingungen fehlt. Die Nachfrage nach Biogasanlagen in Deutschland ist um 70 Prozent eingebrochen“, sagte Vertriebsvorstand Roel Slotman am Donnerstag auf der Hauptversammlung in der Aula des Gymnasiums Lohne.
Vorstandsvorsitzender Olaf von Lehmden erwartet für 2013 einen Konzernumsatz in Höhe von 140 bis 160 Millionen Euro – im ersten Quartal 2013 waren es 33,5 Millionen Euro (2012: 39,5 Millionen). „Wir gehen davon aus, dass die zweite Jahreshälfte besser wird.“ Dieses Jahr sei allerdings aufgrund der Bundestagswahl von politischer Unsicherheit geprägt: „Ich appelliere an die Politik, rasch zu einer verlässlichen Energiepolitik zurückzukehren.“
Die Envitec-Aktionäre haben derweil der von Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagenen Sonderdividende von 1,00 Euro pro Aktie mit einer 99,99-prozentigen Mehrheit zugestimmt. Als Grund für die Sonderdividende hatten die Envitec-Führung die zukünftig geplanten geringen Investitionen, die gute Liquiditätslage und die Eigenkapitalquote von 52 Prozent genannt.
Die Aktie schloss Ende 2012 mit einem Kurs von 7,25 Euro und verlor damit im Laufe des Jahres rund 25 Prozent. Ende August soll nun der Wechsel in das Börsensegment Entry Standard erfolgen (zuvor Prime Standard). Dieses „Down-listing“ spare unter anderem Kosten in Höhe von etwa 200 000 Euro ein.
Finanzvorstand Jörg Fischer blickte auf 2012 zurück und sprach von einem anspruchsvollen Geschäftsjahr, insbesondere aufgrund des „dramatischen Einbruchs“ beim Anlagenbau. Trotz der Krise bleibe dieser Bereich „der Motor unseres Unternehmens“, sagte von Lehmden. Envitec hat 2012 einen Umsatz von 190,5 Millionen Euro verzeichnet – das entspricht einem Rückgang von 21,9 Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2011 (243,9 Millionen Euro). Die Bereiche Eigenbetrieb, Service und Energy seien derweil zu wichtigen Standbeinen geworden: „Wir sind überzeugt, dass sich die hohen Investitionen im Eigenbetrieb künftig bezahlt machen werden“, so Fischer.
