Harpstedt - Neue Wendung im Rätselspiel um eine bräunliche stinkende Masse in alten Schächten auf dem Gelände der ehemaligen Kartoffelschnapsbrennerei in Harpstedt: Am Dienstag wurde bekannt, dass offenbar Flüssigkeit aus den Schächten in die freie Natur gepumpt wurde.

Am Dienstagvormittag rückten daraufhin Polizisten gemeinsam mit Mitarbeitern des Landkreises auf dem Gelände an, um Beweismittel zu sichern. Wie Polizeisprecherin Jennifer Koch erklärte, könnten diese be- oder entlastend sein. Die Polizei führe derzeit Ermittlungen gegen Unbekannt. Es seien Proben entnommen worden, die jetzt untersucht würden.

Polizei und Landkreis waren darüber informiert worden, dass auf dem Gelände der Brennerei mittels einer Tauchpumpe Flüssigkeit aus einem Schacht in die Natur gepumpt worden sei. Wie Oliver Galeotti, Sprecher des Landkreises, erklärte, seien Mitarbeiter der Kreisverwaltung am Dienstag um 8 Uhr auf dem Gelände gewesen – Tauchpumpe und Schläuche sei da nicht mehr zu finden gewesen.

Ebenfalls auf dem Gelände waren am Dienstagvormittag ein Mann und eine Frau, die sich lediglich als Anwälte und Bevollmächtigte des Besitzers Edelhard Brinkmann, Betreiber der Güllebank Weser-Ems, vorstellten. Brinkmann werde sich öffentlich nicht mehr äußern, erklärten sie gegenüber der NWZ .

Äußern müssen wird sich der Unternehmer aber wohl weiterhin gegenüber dem Landkreis Oldenburg. Nach NWZ -Informationen war er bereits am Dienstag in Begleitung eines Anwaltes im Kreishaus. Das Gespräch war demnach angesetzt, um grundsätzlich über die Situation und die unappetitlichen Hinterlassenschaften auf dem Gelände zu sprechen. Dann ging es aber wohl mehr darum, ob und von wem die stinkende Flüssigkeit auf dem Gelände in den Boden geleitet worden war.


Die Masse enthielt laut einer ersten Analyse Spuren von Fäkalien und von Kartoffelschlempe – einem Reststoff aus der Schnapsherstellung. „Da nach der Probenziehung ungeklärt war, um welche Stoffe es sich handelt, ob diese schädlich sind und wie sie dort hingekommen sind, war der Stand, dass dort erstmal gar nichts passiert“, so Galeotti.

Jetzt muss geklärt werden, ob tatsächlich jemand versucht hat, den Inhalt der Tanks einfach im Boden verschwinden zu lassen – und wenn ja, wer das war. Dazu werde die Analyse forciert.

Die Frage, ob bei der erneuten Kontrolle vor Ort auch der Füllstand der Behälter kontrolliert worden sei, um herauszufinden, ob etwas von der Masse fehlte, konnte Galeotti nicht beantworten.