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Harlesiel Macht Sich Fein Luxus-Häuser und Yachthafen geplant

Manfred Stolle

Harlesiel - Harlesiel macht sich hübsch: Mit dem neuen Wattkieker und der vor kurzem begonnenen Umgestaltung des Hafens West (die NWZ  berichtete) mausert sich der Vorort Carolinensiels zur touristischen Perle.

Nun soll Harlesiel eine weitere Attraktion erhalten: Dieter Albrecht (Harlesiel) und Thomas Stamann (Bremen) wollen neben dem Yachthafen elf Häuser auf Plattformen in die Harle bauen. Obwohl die Bauleitplanung erst beginnt, noch nicht bekannt ist, was die Häuser kosten werden, gibt es für die „Seeperlen“ bereits rund 80 Interessenten.

Das berichteten die Investoren am Montag im Wittmunder Bau- und Planungsausschuss, wo die öffentliche Auslegung der Planungsunterlagen beschlossen wurde. Folgt der Verwaltungsausschuss in seiner Sitzung an diesem Mittwoch der Empfehlung, beginnt die heiße Phase zur Realisierung des Vorhabens. Vier Wochen lang kann dann jeder Bürger seine Anregungen und Bedenken geltend machen.

Erste Auslegung

Die Unterlagen hatten bereits ab 8. März für eine erste Information öffentlich ausgelegen. Bereits eingegangene Bedenken seien mit in die Planung eingearbeitet worden. So habe man die Zahl der Häuser von 15 auf elf reduziert und die Bautiefe von 28 auf 23 Meter verändert.

„Diese frühzeitige Bürgerbeteiligung ist etwas Neues“, stellte der Carolinensieler Ortsvorsteher Siebo Lübben (SPD) fest. Doch das Neue führte auch zu Irritationen. Christiane Lux-Hartig (Grüne) begrüßte es zwar, bemängelte aber zugleich, dass die Ratsmitglieder nicht früh genug die Planungen gekannt hätten. „Wie man es macht, ist es verkehrt“, stellte Bürgermeister Rolf Claußen (CDU) fest. Beteilige man die Öffentlichkeit nicht frühzeitig, gebe es Kritik. Beteilige man sie wie hier sofort, fühle sich die Politik übergangen.


„Wir beschließen keine Satzung, sondern die Auslegung der Planung. Es werden keine Fristen eingeschränkt. Heute kann die Politik erstmals sehen, was dahin kommt“, sagte Bauamtsleiter Joachim Wulf.

Dieter Albrecht aus Harlesiel, der auch den Raddampfer „Concordia“ betreibt, und Thomas Stamann aus Bremen haben als Investoren für die Seeperlen die „DiTo GmbH“ gegründet. Sie stellten dem Bauausschuss ihr Projekt vor. „Wir schaffen ein Postkartenmotiv“, sagte Albrecht. Die elf Bauten, von denen fünf Doppelhäuser sein können, sollen auf 11 mal 17 Meter großen Betonplattformen über dem Wasser stehen. Mit dem Land werden sie über einen Steg verbunden. Jedes Haus im künftigen Sondergebiet „Wohnen auf dem Wasser“ erhalte außerdem einen Bootssteg.

Über die Häuser würden eine Promenade und eine Seebrücke finanziert. Gearbeitet werden soll im Winter, um den Tourismus nicht zu stören, so Albrecht. Viele Bauarbeiten sollen vom Wasser aus erledigt werden, um den Verkehr nicht zu belasten.

„Man muss nicht nach Holland fahren, um zu sehen, wie beliebt Wohnen auf dem Wasser ist, sondern kann das auch bald in Harlesiel beobachten“, sagte Albrecht. Mehr als die Hälfte der rund 80 Interessenten wolle ein Haus im Wasser als Dauerwohnsitz haben.

Die „Seeperlen“ sollten keine Null-Acht-15-Lösung sein, sondern ein Schmuckstück für den Ort werden. Die Investoren sagten zugleich, dass sie nichts bauen, was sie nicht im Vorfeld verkauft haben. Leerstehende Bauten werde es nicht geben. „Ich habe bisher nur positive Resonanz erfahren“, sagte Albrecht.

Lob und Kritik

Die bekamen er und Mitinvestor Thomas Stamann auch im Rathaus. „Die Idee ist ein Sprung nach vorne“, meinte Jens Multhaupt (SPD). „Kein anderer Ort zwischen Greetsiel und Dangast hat die Voraussetzungen, um so etwas umzusetzen“, begeisterte sich Simon Lübben (CDU). Mit der Promenade und der Seebrücke bekomme Harlesiel ein schönes Stück Infrastruktur geschenkt. Die Seeperlen seien eine Aufwertung für die Harle, meinte Herbert Potzler (BfB).

Zu Beginn der Sitzung hatten sich in der Fragestunde Kritiker zu Wort gemeldet. Sie wollten unter anderem wissen, wer die Kosten für die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung des Bebauungsplans trage. „Der Vorhabenträger“, antwortete Wulf. „Warum wird die Leitbilddiskussion in Harlesiel nicht erst abgewartet?“, hieß es weiter. Man habe das Projekt bereits in der Lenkungsgruppe vorgestellt. Die Mehrheit sei dafür gewesen.

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