Brake - In der Braker Fußgängerzone ruft ihr Erscheinen kaum noch Aufmerksamkeit hervor: Die Gruppe von Hunden samt Herrchen und Frauchen der Hundeschule Heßling aus Ovelgönne gehört schon fast zum Straßenbild dazu. Die Hundetrainerinnen Anke Heßling und Christine Kleier sind regelmäßig in Kleingruppen in der Breiten Straße unterwegs. Maximal sechs Hundehalter sind dann mit ihren Tieren dabei.

„Die Hunde sollen sich an die Umgebung in der Stadt gewöhnen und die neuen Dinge kennenlernen“, erklärt Anke Heßling. Damit sind zum Beispiel ganz alltägliche Begegnungen mit Statuen, Bänken, Personen mit Rollator und Rollstuhlfahrern gemeint: „Auf den Hund kommen sehr viele Reize zu, die er erst einmal verarbeiten muss. Deswegen ist er in einer neuen, unbekannten Umgebung erst einmal unsicher“, sagt die 43-Jährige.

Deswegen ist es umso wichtiger, nicht nur auf dem Übungsplatz die Kommandos einzustudieren, sondern auf alltäglichem Terrain: „Ich bin zum dritten Mal bei einem Hundekursus dabei und habe die Erfahrung gemacht, dass ein Hund, der auf dem Platz hört, nicht automatisch auch im Alltag hört“, sagt Teilnehmerin Sylvia Schmitz aus der Pfalz. Sie hat den Besuch des Kurses mit ihrem Urlaub verbunden. Auch die anderen Teilnehmer haben einen weiten Weg für den einwöchigen Intensivkursus auf sich genommen: Klaus und Ulrike Meissl sind aus Österreich, Hans Hendricks ist aus Essen angereist.

Ein Intensivkursus ist dabei sinnvoller als alle zwei Wochen ein Termin: „Im Endeffekt ist es wie bei den Menschen mit dem Führerschein: Nach zwei Wochen ohne Fahrpraxis ist vieles weg“, vergleicht Anke Heßling. Auch die Situation auf den Übungsplätzen und der Fußgängerzone seien für den Hund völlig verschieden, verdeutlicht die 43-Jährige: „In Ovelgönne Auto zu fahren ist auch anders als in Berlin.“

Nils Coordes
Nils Coordes Online-Redaktion