Wenn das kein Trost ist: Zwar ist Dieter I. (Ordemann) seit dem Abend des 11.11. kein (Faschings-)Prinz mehr – aber immerhin noch (Schützen-)König. Dass sein „Volk“ aus Bürstel-Immer weiter auf ihn zählt, machte es am Abend des 11.11. klar: Als der „König“, pardon „Prinz“ gerade in Begleitung der Rot-Blauen Garde, der Grünen Garde und der Männlichen Prinzengarde zum Faschingsauftakt im Gasthaus Witte gehen wollte, standen auf der Einfahrt zu seinem Grundstück ganz überraschend 20 Schützen in Uniform Spalier. Mit Laternen erhellten sie den Weg und sangen ein eigens getextetes Lied auf „ihren“ König. „Ich war platt“, beschrieb Dieter die Situation, in der manch eine Träne über die Wange kullerte. „Eine starke Nummer“ sei das gewesen. Die Schützen hatten sogar den Schützenhut ihres Königs dabei, damit der nach dem Ablegen der Prinzenkappe nicht frieren musste.

Übrigens: Mit dem Königs- und dem Prinzenamt ist es bei Dieter Ordemann ja nicht getan. In nur einem Jahr war er zunächst Kegelkönig geworden, dann Faschingsprinz, schließlich Vater der kleinen Annie und vier Tage später Schützenkönig. „Mein lieber Herr Gesangverein“, kommentierte Dirk Wieting vom Büttenabendteam die Ballung an Herausforderung voller Respekt.

Neben Ordemann, Prinzessin Birte Schreiber, Kinderprinzessin Cora Kwasny, Kinderprinz Pascal Paukstat und den vier Ehrendamen Annika Poetzsch, Julia Strauß, Stefanie Grape und Kristina Andersen nahm am 11.11. auch Gerrit Meyer Abschied von seinem Amt. Er hatte seit 2002 gemeinsam mit Claudia Thomann, Rebecca Koshbin und Dirk Wieting im Büttenabendteam mitgewirkt. Für Gerrit Meyer rückt Timo Vetter nach. Eigentlich galt am Mittwochabend „nur“, die Weste zu tauschen. Doch das gab Probleme: Meyer, so hieß es, trage mit Sicherheit Größe XXL, Vetter wohl eher Größe S. Vorwitzige Faschings-Freunde grübeln bereits, ob aus einer Meyer-Weste nicht gleich mehrere Vetter-Westen werden könnten. Das spare enorm.

Besucher des Faschings -Auftaktes werden sich möglicherweise über den aufgespannten Schirm auf Wittes Flur gewundert haben. Denn es regnete dort ja gar nicht. Der Regenschirm hatte vielmehr verhüllende Funktion: Melanie Tönjes-Pleus vom Kinderfaschings-Team versteckte dahinter das neue Kinderprinzenpaar Tom I. (Adler) und Jule I. (Petershagen) – denn deren Inthronisation war zu diesem Zeitpunkt noch geheim. Niemand sollte die neuen Kindermajestäten schon zu Gesicht bekommen.

Eine gute Figur machte an diesem Abend Elke Aschenbeck-Lange – allerdings völlig unbeabsichtigt. Das Bremer Artisten-Duo „Tante Luise und Herr Kurt“ hatte im Saal nach einer freiwilligen Mitwirkenden gesucht – und mangels Meldungen festgelegt, dass die Ehefrau des Ersten Gemeinderates Rainer Lange jetzt die Freiwillige sei. In diesem Moment habe sie „ein Aufatmen bei allen anderen umsitzenden Frauen gehört“, lachte Elke Aschenbeck-Lange später. Sie habe sich ja quasi „aufgeopfert“. Die Ex-Prinzessin am Donnerstag zur NWZ : „Was die beiden wohl gemacht hätten, wenn ich völlig ungelenkig wäre?“. Das ist bei der Chefin der Faschings-Tanzgruppe „Ladykrachers“ aber nicht der Fall: Als wenn sie mit Tante Luise und Herrn Kurt schon wochenlang trainiert hätte, ließ sie sich an den Händen von Luise und getragen von Kurt durch die Luft bewegen – sogar mit elegant angewinkeltem rechtem Bein. Das Fazit von


Elke Aschenbeck-Lange fiel knapp aus: „Blaue Flecken hab’ ich jedenfalls nicht davongetragen.“