PRINZHöFTE - Zupacken, Schaf um Schaf mit gezieltem Griff und beherzter Drehung in die rechte Position bringen, festhalten und mit kräftigem Strich unter der Wolle hindurchfahren: Schafschur ist Knochenarbeit. Das konnten Interessierte am Sonnabend beim Schafschurfest auf dem BUND-Hof Wendbüdel in Prinzhöfte miterleben, zu dem die BUND-Kreisgruppe Delmenhorst zusammen mit der Regio-Gruppe Oldenburg-Land eingeladen hatte. Ein guter Scherer schafft am Tag an die 400 Schafe, wusste Betriebsleiter Dr. Wulf Carius. So viele waren es auf dem BUND- Archehof zwar nicht, doch auch 20 Bentheimer Landschafe und Moorschnucken zu scheren, war schweißtreibend für Schafscherer Holger Petzold (Garrel). Zuvor waren bereits 28 Lämmer mit Ohrmarken markiert worden.
Die Schafschur im Frühsommer gehört seit Jahren dazu auf dem BUND-Hof. Eine Maßnahme fürs Wohlbefinden der ganzjährig auf der Weide gehaltenen Tiere vor den heißen Tagen, wie Carius erklärte: Die Wolle können wir nicht verkaufen. Nach jeweils rund zwei Minuten war die Wolle herunter, das Schaf hüpfte davon ein Vlies von etwa drei Kilo Gewicht zurücklassend. Der Hof Wendbüdel war 2002 vom BUND Niedersachsen gekauft worden, um hier wirtschaftlichen Naturschutz zu betreiben.
