Prinzhöfte - Eindrucksvoll war die lange Reihe von prall mit Obst gefüllten Holzkisten samt Hinweisschildern, die am Sonnabend vor der Dielentür des BUND-Hofes Wendbüdel in der Gemeinde Prinzhöfte aufgebaut war. Beim jährlich stattfindenden Apfelfest waren diesmal etwa 70 Apfelsorten, aber am Rande auch 15 Birnensorten zu finden.

Die meisten davon hatte Obstexperte Henning Greve aus seinem Garten in Syke mitgebracht. Aber auch aus dem Obstgarten des BUND-Hofes waren einige Sorten beigesteuert worden. Gerade war Anke Witte aus Wohlde eingetroffen. Sie hatte in ihren Körben zwölf verschiedene Sorten Äpfel dabei. „Sie stammen alle von unserer Hofzufahrt. Die Aufzeichnungen, um welche Apfelsorten es sich handelt, sind leider abhanden gekommen.“

Schon hatte Henning Greve den ersten Apfel in der Hand. Vergleiche mit den ausgestellten Äpfeln, das Blättern in der Fachliteratur und viel Erfahrung brachten schließlich vier Namen ans Tageslicht. Die weiteren Sorten will er vor Ort bestimmen.

So wie Anke Witte, hatten viele Besucher Äpfel, zum Teil auch Birnen mit zum Apfelfest gebracht. Voraussetzung aber war, dass immer drei Äpfel mit einem typischen Aussehen vorgestellt werden mussten. „Dann klappt meist die Bestimmung“, wie BUND-Hof-Leiter Dr. Wulf Carius aus Erfahrung weiß.

Auch diejenigen, die sich mit dem Gedanken tragen, einen Obstgarten anzulegen, konnte Greve beraten. Schon seit Jahren beschäftigt sich der Syker mit der Pomologie, also der Lehre von den Obstsorten.


Wer Informationen nachlesbar haben wollte, der brauchte sich nur auf der Diele des Hofes umzuschauen. Literatur zur Obstbestimmung wurde dort durch das BUND-Umweltzentrum Bruchhausen-Vilsen vorgestellt. Die Literatur konnte auch erworben werden.

Schon am Vormittag hatten Mädchen und Jungen des BUND-Waldkindergartens in Harpstedt ihren Spaß und Anschauungsunterricht gehabt. Mit der kleinen hofeigenen Obstpresse durften sie den Apfelsaft direkt auf dem Hof selber erzeugen. Wer eine Flasche mitbrachte, konnte sich den vitaminreichen Saft auch mit nach Hause nehmen.

Für die älteren Semester stand abgefüllter BUND-Apfelsaft aus der Apfelernte 2018 der hofeigenen Obstbäume in Mehrwegflaschen bereit. 2000 Kilogramm sind die Mindestmenge, die benötigt wird, um den BUND-Apfelsaft in der Mosterei Hagena in Lutten pressen und abfüllen zu lassen. In diesem Jahr kein Problem, so Wulf Carius. „Die Ernte ist wie überall reichlich.“ Dabei deutete er auf die drei Paletten mit BUND-Apfelsaft. Eine Palette hatte sich schon zusehends gelichtet.

„Offenbar wegen der Herbstferien sind aber diesmal weniger Besucher hier beim Apfelfest. Auf der einen Seite ist das für den Apfelsaftabsatz weniger gut, auf der anderen für die Obstbestimmung genau richtig. Denn es dauert immer seine Zeit, bis Henning Greve sich seiner Sache sicher ist und die Apfelsorte herausgefunden hat“, erklärte Carius weiter.

Doch bei Kartoffelpuffern mit Apfelmus und bei Kaffee und Kuchen wurde es den Gästen beim Fest rund um den Apfel nicht langweilig.