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Obstbaumveredelung Wo Geheimrat Dr. Oldenburg die Züchter verzückt

Peter Kratzmann

Prinzhöfte - Die freien 25 Plätze für den Workshop „Obstbäume selber veredeln und schneiden“ waren schnell ausgebucht, berichtete der Betriebsleiter des BUND-Hofes am Grenzweg in der Gemeinde Prinzhöfte, Dr. Wulf Carius. Tatsächlich aber waren es am Samstag weitaus mehr Teilnehmer, die die Tipps und den praktischen Anschauungsunterricht nicht verpassen wollten. Einmal mehr war Obstbaumfachmann und Referent Henning Greve aus Syke dabei. Auf sein Urteil hören Gartenbesitzer und Obstbaumfreunde gerne. So nahmen statt der 25 am Ende gut 30 Interessierte an dem Tagesseminar teil.

Bei ungemütlichen Regenschauern stand am Vormittag der Schnitt der Obstbäume an. Tot-Äste konnten mit der Baumkettensäge schnell entfernt werden. Außerdem konnten die Bäume ihren Verjüngungsschnitt erhalten, der wichtig ist, um kräftige und gesunde Obstbäume mit viel Ertrag zu haben.

Selbst die Mittagspause auf der beheizten Diele des BUND-Hofes wurde genutzt, um mit Fragen das eigene Wissen zu bereichern. Auf der Diele hatte Greve eine umfangreiche Ausstellung mit rund 40 Trieben von gängigen aber auch nicht so bekannten Apfelbäumen aufgereiht. „Für einige Sorten habe ich aus dem Lager auch Kostproben mitgebracht. Sie schmecken fast wie frisch geerntet“, kam Greve ins Schwärmen und biss in einen Apfel der Sorte „Finkenwerder“. Wer wollte, konnte auch weitere Lageräpfel probieren.

Sommerananas beliebt

Auch konnte man erfahren, dass die Sorte „Sommerananas“ schon im Juli erste essbare Äpfel an den Zweigen trägt. Für Apfelliebhaber sei dies eine interessante Sorte, sind die Früchte an den Bäumen doch in der Regel weitaus später erst ausgereift.

Mitgebracht hatte Greve auch ältere Anbausorten wie „Geheimrat Dr. Oldenburg“ oder Triebe der so genannten P- und R-Sorten, DDR-Züchtungen, die sehr resistent sind und ohne Spritzmittel auskommen.


Nach der Mittagspause ging es an die Kunst des Obstbaumveredelns. Greve erklärte die Grundtechniken. „Alles, was gut schmeckt, versuche ich auch zu veredeln“, erklärte er sein Wahlmotto. Alte aber auch neue wohlschmeckende Apfelsorten setzte der Syker auf kräftige Pflanzenunterlagen. Nach dem Anschauungsunterricht konnten sich die Teilnehmer auch selbst im Veredeln versuchen. „Immer wichtig ist es, eine robuste Unterlage zu nutzen“, erklärte der Experte. Dazu würde sich der Bittenfelder Sämling für Äpfel beispielsweise gut eignen.

Demonstrativ zog Greve sein Messer aus der Scheide, nahm sich einen solchen Unterlagen-Stock und schnitzte mittig eine Kerbe in das Holz. Zuvor hatte er den oberen Teil des Triebes entfernt. Spalt-Veredelung nennt das der Fachmann.

Alles sei gar nicht so schwierig. „Man muss es nur probieren. Wichtig ist dabei, die Messerschneide und die Kerbe nicht mit den Fingern zu berühren, damit keine Keime in den Schnitt gelangen.“ Schließlich wird das Holzfleisch des Triebes entfernt und in die Kerbe der Edel-Reisig passend eingesetzt. Dann wird alles noch mit Leinen umwickelt und mit Wachs abgedichtet. Nach einer Woche ist die Unterlage mit dem Reisig im Normalfall schon verwachsen.

Leckeres Ergebnis

Neben der Theorie gab der praktische Teil des Seminars den Teilnehmern ein Stück Sicherheit, sich in den eigenen Gärten mit der Obstbaumveredlung zu probieren.

Das Ergebnis – leckerer gepresster Apfelsaft von den Früchten im Garten des BUND-Hofes aus dem Jahr 2018 – pries Betriebsleiter Dr. Carius an. Jedes Jahr werden die Früchte in Lutten von einem Fachbetrieb gepresst. Carius: Mindestens eine Tonne müsse es sein. Bei der sehr guten Ernte im vergangenen Jahr war das kein Problem.

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