„Ich denke, es läuft was deutlich falsch im Landkreis Friesland!
Die Meinungen und Stellungnahmen zu dem Thema kommen scheinbar nur noch von Ratsmitgliedern der CDU und UWG, die sich hier als Lobbyisten der Landwirtschaft betätigen. Das kann nicht richtig sein, und daher fordere ich alle Parteien des Landkreises auf, die Bürger zu befragen. Also diejenigen, die dafür gesorgt haben, dass die Kommunalpolitiker in den entsprechenden Räten sitzen, damit sie ihre Interessen vertreten.
Einzig Herr Scherer aus Bockhorn fällt hier positiv aus der Rolle, indem er sich für das Reservat ausspricht.
Ich bin deutlich für ein Biosphärenreservat, weil ich darin eine Chance sehe, den Landkreis langsam aber sicher in eine andere Richtung zu führen.
In Niedersachsen werden annähernd die Hälfte aller in Deutschland angebauten Kartoffeln produziert und flächenmäßig liegt Niedersachsen mit über 40 Prozent genutzter Agrarflächen ebenfalls auf Platz 1.
Mehr brauchen wir nicht! Im Gegenteil sollten wir diese Flächen langsam wieder der Natur zurückgeben.“
„Wäre es nicht logisch, das Projekt erst einmal in seiner Gesamtheit darzustellen, um umfassend informiert zu sein? Gespräche im stillen Kämmerlein unter Ausschluss der Bevölkerung sind dafür als vertrauensbildende Maßnahme wohl wenig geeignet. Warum geht der Betreiber nicht direkt an die Öffentlichkeit?
Wenn man ein nachhaltiges Leben in der Region entwickeln will, stellt sich mir die Frage: Was haben die Bewohner dort jahrhundertelang falsch gemacht? Die Bewohner haben doch über Jahrhunderte außendeichs wie binnendeichs die Landschaft genutzt, geschützt und erhalten. Hätten sie nicht nachhaltig gewirtschaftet, gebe es ja die Flächen des Nationalparks heute gar nicht mehr. Hier waren Praktiker am Werk und nicht wie heute viele studierte Theoretiker. Man sollte die Praktiker weiter in Ruhe arbeiten lassen. Es gibt jetzt schon genug Regularien. (...)
Für die Tourismuswerbung benötigt man m.E. auch keinen Beitritt zum Welterbe. Es würde ja ein Hinweis auf die Nähe zum Welterbe reichen. Die Gemeinden sind ja auch nicht der Nordsee beigetreten. Hier reicht ihnen auch der Hinweis auf die Nähe zur Nordsee.
Welche Schwierigkeiten die Nationalparkverwaltung machen kann, hat man bei der beabsichtigten Klei-Entnahme außendeichs durch Pütten im Wangerland gesehen.
Dort musste der Klei binnendeichs gewonnen und wenig umweltfreundlich über große Entfernungen transportiert werden. Die jahrhundertelang gebräuchliche und nachhaltige Praxis mittels Pütten wurde von der Parkverwaltung untersagt bzw. eingeschränkt. Pütten sind aber in kurzer Zeit wieder gefüllt, Löcher binnendeichs bleiben und können allenfalls mit Müll gefüllt werden.“
