Wiefelstede - Sie sind noch immer fassungslos. „Das ist ein Teil eines Lebenswerkes, der hier zerstört wurde“, sagt Thomas Oltmanns (51). Gemeinsam mit seinem Geschäftsführer-Kollegen Heiner Willms (55) steht er am Donnerstagvormittag vor der gewaltigen Brandruine der ehemaligen Holzlager-Halle an der Stahlstraße in Wiefelstede. Das seit 2008 bestehende Gebäude des Unternehmens Oldenburger Parkettwerk war in der Nacht auf Mittwoch vollständig abgebrannt. Rohholz (vor allem Eiche) bzw. getrocknetes Holz als auch fertige Holzfußböden im Wert von mehr als einer halben Million Euro seien zerstört worden.

„Wir können uns nicht erklären, wie das passieren konnte“, sagen die Geschäftsführer. „Man kann das nur schwer realisieren, was hier passiert ist“, betont Thomas Oltmanns. Ein Nachbar habe ihn kurz nach 3 Uhr aus dem Bett geklingelt. Er wohnt nur rund 80 Meter von dem Firmenkomplex entfernt. Schnell verständigte er seinen Kollegen und machte sich auf den Weg. „Ich habe das mit einem großen Zittern verfolgt“, beschreibt Thomas Oltmanns seine Eindrücke von dem verheerenden Brand, dem die 1193 Quadratmeter große Lagerhalle zum Opfer fiel. Beinahe wäre es noch schlimmer gekommen.

„Wir möchten der Feuerwehr ganz herzlich danken, dass sie unser Verwaltungs- und Produktionsgebäude gerettet hat“, betonen die Geschäftsführer des familiär geführten Unternehmens, für das sie seit mehr als 30 Jahren tätig sind. Die rund 100 Einsatzkräfte verhinderten ein Übergreifen der Flammen.

Die Produktion beim Oldenburger Parkettwerk konnte daher am Donnerstagmorgen um 7 Uhr weitergehen. „Wir müssen natürlich viel Rohmaterial nachbestellen und uns vom Lagerplatz einschränken“, sagen Oltmanns und Willms. Ein Teil des Materials werde nun in der Produktionshalle gelagert. Auch zu Verzögerungen bei Kundenaufträgen werde es kommen. Bis zu sechs Wochen seien möglich. Das Unternehmen beliefert sowohl den Handel, das Handwerk als auch Privatkunden in Deutschland und weltweit mit meist nach Sonderwünschen gefertigten Holzfußböden/Holzpflastern.

Am Donnerstagmorgen löschte die Feuerwehr letzte Glutnester. Die Brandursache ist weiter unklar. Die Brandermittlungen haben sich verzögert. Frühestens an diesem Freitag nehmen die Brandermittler der Polizei ihre Arbeit auf. Auch ein externer Gutachter soll dabei sein. „Der Beginn ist davon abhängig, wann die Ermittler das Gelände betreten können. Ein Problem ist die Löschwassernässe, aber auch die noch bestehende Hitze im Untergrund“, sagt Stephan Klatte von der Polizeiinspektion Oldenburg-Stadt/Ammerland.

Thomas Oltmanns und Heiner Willms haben ihren Optimismus nicht verloren. „Wir lassen jetzt alles weitere auf uns zukommen. Die Halle wollen wir wieder aufbauen.“

Sebastian Friedhoff