Friesoythe - Schnee und Eiseskälte machen vielen Menschen dieser Tage schwer zu schaffen. Die meisten erledigen nur das Nötigste – dick eingepackt in wärmende Jacken – und beeilen sich, schnell wieder ins Warme zu gelangen. Für Hundebesitzer ist der tägliche Spaziergang jedoch Pflicht.

Im Gegensatz zu uns Menschen haben die treuen Vierbeiner jedoch ein Fell, dass sie vor der Kälte schützt. Trotzdem gibt es auch für sie spezielle Wintermäntel, die sich momentan großer Beliebtheit erfreuen, wie Michael Nordmann, Inhaber der Friesoyther Tierwelt an der Barßeler Straße, berichtet. „Zurzeit kommen sehr viele Kunden und fragen danach. Wir haben ganz viele verschiedene Modelle in allen Größen im Angebot. Strickpullover, T-Shirts oder regenfeste Mäntelchen mit Reflektoren.“ Modisch können die Besitzer ihre Hunde sogar immer nach dem letzten Schrei kleiden. „Es gibt jedes Jahr eine neue Kollektion“, sagt Michael Nordmann.

Der deutsche Tierschutzbund hält allerdings wenig von solchen Kleidungsstücken. „Ein gesunder Hund benötigt beim Spazierengehen keinen Pullover oder Mantel“, sagt Pressereferentin Caterine Mülhausen. Oftmals behindere die Winterkleidung die Bewegung. Das sei nicht artgerecht. „Das eigene Fell reicht den Tieren als natürlicher Wärmeschutz in der Regel völlig aus. Bekleidung für Hunde ist nur in Ausnahmefällen sinnvoll, beispielsweise bei alten oder kranken Hunden“, so Mülhausen.

Michael Nordmann hält das für falsch. „Am Bauch haben Hunde oft kaum Fell. Daher ist ein Wärmeschutz besonders für kleine Hunde, die sehr bodennah sind, wichtig.“ Für Hunde mit langem Fell sei auch ein Regenschutz nützlich, damit sich die Haare nicht verknoten würden.

Roland Kietz, Tierarzt aus Friesoythe, bestätigt das. „Hunde sind eine sehr heterogene Gruppe. Die Wärmeempfindlichkeit ist da sehr unterschiedlich, anders als etwa bei Pferden.“ Es komme immer auf die Rasse, die Fellstruktur und auch auf die Haltung an. „Hunde, die viel im Freien sind, oder Huskys, die Kälte gewohnt sind, brauchen keinen Mantel“, so Roland Kietz. Wenn sich die Tiere hingegen hauptsächlich in der warmen Wohnung aufhielten oder generell ein dünnes Fell hätten, dann würden sie natürlich auch schneller frieren. „Auch für kleine und ältere Hunde ist ein Kälteschutz sehr sinnvoll“, sagt der Tierarzt. Darüber hinaus seien Regenmäntel durchaus nützlich: „Wenn es regnet und das Fell nass wird, dann können sich die Hunde erkälten“, sagt Kietz.


Sabrina Böttcher, Mitarbeiterin im Tierheim Sedelsberg, hat selber einen älteren Hund, dem sie bei starker Kälte auch einen Mantel anzieht. „Ich finde es nur wichtig, dass aus den Hunden keine Püppchen mit Designerkleidern gemacht werden.“ Dass inzwischen viele Hundebesitzer dazu neigen, ihren Vierbeinern etwas anzuziehen, sieht Böttcher auch in der Veränderung der Tierhaltung begründet: „Früher waren die Hunde ja viel mehr draußen, da waren sie auch im Winter die Kälte gewohnt. Daher finde ich es überhaupt nicht schlimm, wenn man in bestimmten Fällen seinem Hund einen Mantel anzieht.“