Ganderkesee - Die neue Spülmaschine kommt mit viel weniger Strom und Wasser aus als die alte, der Kühlschrank im Keller wird nur noch angestellt, wenn er gebraucht wird, und im Büro verhindert eine schaltbare Steckdose, dass die Elektrogeräte im Stand-by-Modus bleiben: Mit einfachen Maßnahmen wie diesen hat Christa Lamping nicht nur den Energieverbrauch im Haus stark verringert, sie gibt auch ein vorbildliches Beispiel ab für das Klimaschutz-Prämienprogramm der Gemeinde.

Die Ganderkeseerin habe Kreativität bewiesen mit ihren Schritten zur CO 2 -Reduzierung, lobte Lars Gremlowski, Klimaschutzmanager der Gemeinde Ganderkesee, am Dienstag Christa Lamping, die ihr Gutscheinheft bereits abgegeben hat: Mit 750 Punkten hat sie eine Prämie sicher, die es ab 700 Punkten gibt. Unter allen Teilnehmern werden zudem 16 Hauptgewinne verlost, darunter ein Juist-Urlaub, ein 500-Euro-Fahrradgutschein, Wellness- und Übernachtungspakete.

Am 31. August läuft das im September 2015 gestartete Prämienprogramm aus. Gut 150 von ursprünglich 2000 Gutscheinheften liegen noch im Rathaus, bei der regioVHS und in den Büchereien der Gemeinde. „Mitmachen lohnt sich jetzt noch“, appellierte Gremlowski, „viele Aktionen lassen sich kurzfristig umsetzen.“ Auch individuelle Ideen werden belohnt – so wie bei Christa Lamping: Sie hat vegetarische Gerichte auf den Speiseplan gesetzt, außerdem große Körbe fürs Fahrrad besorgt, um beim Einkauf aufs Auto verzichten zu können, und mit einem Messgerät alle Elektrogeräte im Haus auf ihren Stromverbrauch getestet – auch dafür gab es Klima-Punkte.

100 Punkte pro Aktion sind das Minimum, bis zu 300 Punkte erhält, wer energetische Sanierungsarbeiten am Haus vornehmen lässt oder sich ein Auto mit alternativem Antrieb anschafft. „Das wird rückwirkend ab 1. Januar 2013 anerkannt“, betonte Gremlowski. Damit lassen sich bis Ende August noch allerhand Punkte sammeln. Die gibt es auch bei K-Nord an der Weststraße: Die Rückgabe alter Elektrogeräte wird beim Umwelt-Dienstleister ebenso im Prämienheft der Gemeinde gutgeschrieben wie der Kauf torfarmer Blumenerde, wodurch die Freisetzung von Treibausgasen in den Mooren reduziert wird.

Bisher haben erst zwölf Teilnehmer ihre Prämien-Gutscheine bei der Gemeinde eingereicht. „Die meisten warten bis zum Schluss“, ist Lars Gremlowski sicher. Schließlich lasse sich bis 31. August noch einiges machen. Auch für Kurzentschlossene, die erst jetzt einsteigen. Und sei es nur, um etwas fürs Klima zu tun.

Hergen Schelling
Hergen Schelling Redaktion für den Landkreis Oldenburg (Leitung)