Oldenburg - Rein rechnerisch soll jeder Oldenburger zwei Fahrräder besitzen. Gut 300 000 Räder müssten mithin auf den Straßen unterwegs sein. Doch wo fahren die Oldenburger mit ihrem Rad hin, welche Strecken legen sie zurück, und wie viel Zeit benötigen sie dafür?
Fragen, die unter der Leitung von Professorin Daniela Nicklas (39) die Studenten Dennis Höting (25) und Jens Runge (26) in ihrer Masterarbeit „Crowd Sensing for Cycle Traffic in a Smart City“ beantworten wollen. Übersetzt heißt das in etwa, dass sie den Fahrradverkehr der intelligenten Stadt Oldenburg ins Visier nehmen und die Bewegungen der Radfahrer messen wollen. Ziel der Erhebung ist es, Daten zu gewinnen, die nach deren Auswertung Hinweise geben sollen, wo und wie der Fahrradfluss in Oldenburger optimiert werden kann. In Kooperation mit der Verkehrsleitzentrale Oldenburg spannen die beiden Studenten ein prototypisches Sensornetzwerk auf, das Aufschluss über die Fahrradnutzung und Verkehrswege der Probanden gibt.
Die Teilnehmer an der Datenerhebung zeichnen zusätzlich ihre Fahrstrecken mittels einer App über das Handy auf und protokollieren auf einer Homepage anonym die zurückgelegten Fahrradstrecken. Die Stadt Oldenburg sammelt nebenbei Erfahrungen rund um die Erfassung und Zählung von Radfahrern, die langfristig auch in der Planung von Radwegen und Ampelanlagen weiter genutzt werden können. Der Verwaltung sei sehr daran gelegen, die Verkehrsbedingungen für Radfahrer in der Stadt zu verbessern, betonte Verkehrsamtsleiter Bernd Müller am Rande der Vorstellung des Projekts am Montagabend im Schlauen Haus. Die Masterarbeit der Studenten liefere dafür wertvolle Daten.
Und so können sich die Oldenburger Fahrradfahrer an der Messkampagne der beiden Studenten der Wirtschaftsinformatik beteiligen: Auf der Webseite www.ma-gremo.de kann man sich anonym und ohne Angabe einer E-Mail-Adresse oder anderer personenbezogener Daten registrieren und die „Gremo-App“ herunterladen. Diese steht ebenfalls bei „Google play“ unter „Gremo-App“ zum kostenlosen Download bereit. Voraussetzung ist das Smartphone-Betriebssystem Adroid 4. Die App zeichnet die Radstrecken auf und überträgt sie später an die Webseite. Diese errechnet den Benzinpreis, der für die zurückgelegte Strecke angefallen wäre und erlaubt es, mit anderen Nutzern in den Wettbewerb um die längste Fahrradstrecke zu treten. Radfahrer, die die Gremo-App nicht installieren wollen, ihre Radstrecken aber bereits mit anderen Apps protokollieren, können auf der Webseite des Projekts ihre Streckendaten anonym „spenden“. Unter allen Teilnehmern wird ein Android-Smartphone verlost. Die Teilnehmer haben jederzeit Kontrolle über ihre Daten, die anonym ausgewertet werden.
