Altenoythe - Die Idee wurde vor rund einem Jahr geboren, als der Bürgermeister aus Malanville im afrikanischen Staat Benin, Issiako Bako, zu Besuch in Altenoythe war. Die Heinrich-von Oytha-Schule in Altenoythe wollte in ihrer schuleigenen Fahrradwerkstatt von der Bevölkerung gespendete Räder auf Vordermann bringen. Diese sollten dann in die nördlich gelegene Stadt in Benin geschickt werden. Um den Transport wollte sich die Stadt Friesoythe kümmern.

Das Schülerteam um Joachim Schütte machte sich gleich ans Werk. Mehr als 50 Fahrräder wurden aufpoliert. Bereits bei einer Nachfrage im November wurde aber seitens der Stadt mitgeteilt, dass die Fracht Probleme bereite. Hat sich an dieser Situation etwas geändert? Nein. Die Räder stehen bis heute zum Abtransport bereit in Altenoythe. Die NWZ  fragte bei der Stadt Friesoythe nach, was los ist.

„Wegen des Transportes und insbesondere des Weitertransportes in Benin stehen wir in Kontakt mit der Botschaft. Sobald die Transportfrage geklärt ist, steht aus unserer Sicht der Versendung der Fahrräder nichts mehr im Wege“, sagte Erster Stadtrat Dirk Vorlauf. Dabei sei es nicht schwierig, den Transport zum Hafen Cotonou mit der Verschiffung eines Containers zu organisieren. Vorlauf: „Die mit uns partnerschaftlich verbundene Stadt Malanville liegt jedoch noch etwa 800 Kilometer im Norden des Landes nahe der Grenze zu Niger. Die Schwierigkeit besteht darin diesen Transport zu lösen.“

Dafür gebe es noch keine konkreten Angaben. Es zeichnet sich aber eine zeitnahe Lösung ab: Auf erneute Nachfrage habe die Botschaft vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass die Stadt so vorgehen könne, dass Friesoythe benenne, wann der Container in Cotonou entladen werde. Den weiteren Transport würde dann der Bürgermeister von Malanville organisieren, teilte Vorlauf mit. Hier bestehe aber noch Klärungsbedarf, denn: „Wir wollen natürlich sicherstellen, dass die Fahrräder auch in Malanville ankommen. Man muss sich dabei allerdings von unseren deutschen oder westeuropäischen Vorstellungen und Ansprüchen lösen, wenn man solche Transporte organisieren will.“

Carsten Bickschlag
Carsten Bickschlag Redaktion Münsterland (Leitung Cloppenburg/Friesoythe)