RAHRDUM - Nach Ansicht der Bürgerinitiative Rahrdum sollte Landwirt Enno Beenken von seinen Plänen eines Fernwärmenetzes für Rahrdum zurücktreten. „Unstrittig ist heute, dass die Biogas-Anlage am falschen Platz und Ort gebaut wurde“, sagt Hermann Hohlen.
Wie berichtet, betreibt Enno Beenken auf seinem Hof an der Langelandstraße seit 2001 eine Biogas-Anlage, die er nun zur Gründung einer Wärmegenossenschaft um Brennkessel für Holzhackschnitzel erweitern will. Geplant ist, mit der entstehenden Wärme rund 190 Haushalte zu versorgen.
Die Bürgerinitiative Rahrdum, die 2001 erfolglos versucht hatte, den Bau der Biogas-Anlage zu verhindern, bezweifelt, dass die von Beenken angekündigten acht bis zwölf zusätzlichen Lastwagenfahrten ausreichend sind, um die Anlage zu versorgen. „Im verwaltungsgerichtlichen Verfahren wurden 700 bis 800 jährliche Vorbeifahrten für die Anlieger der Langelandstraße als zumutbar angesehen“, so Hohlen. Eine Zählung der Initiative im Jahr 2007 habe aber ergeben, dass tatsächlich mehr als 3000 Vorbeifahrten stattgefunden haben. „Außerdem wurden bereits erhebliche Schäden an der Straße festgestellt“, so Hohlen.
Er wirft Beenken vor, dass die neue Wärmegenossenschaft zur Existenzsicherung und Abwälzung der Risiken vom Hof Beenken dienen soll. „Über die künftige Preisgestaltung bei der Beschaffung von Biomasse und über die Kosten für Leitungen und Hausanschlüsse werden keine Angaben gemacht“, bemängelt Hohlen. „Sollte mit dem neuen Konzept eine Erweiterung des Betriebs und eine Erhöhung des Schwerlastverkehrs verbunden sein, wird die Bürgerinitiative ein neues Gerichtsverfahren einleiten“, kündigte er an.
