RAHRDUM - Ein Arbeitskreis interessierter Bürger will die Pläne einer Fernwärmeversorgung in Rahrdum konkretisieren. Das teilte der Rahrdumer Landwirt Enno Beenken am Freitag mit. Er hatte am Donnerstagabend Bürger aus Rahrdum zu einer Info-Veranstaltung in den Schützenhof eingeladen und etwa 50 Teilnehmern seine Pläne erläutert.
Genossenschaft geplant
Wie berichtet, betreibt Beenken auf seinem Hof an der Langelandstraße seit 2001 eine Biogas-Anlage, speist den Strom ins Netz ein und versorgt sein eigenes Haus sowie das eines Nachbarn mit Wärme und Warmwasser. Nun plant er die Gründung einer Wärmegenossenschaft, in der alle Wärme-Abnehmer Mitglied werden sollen. Um garantieren zu können, dass stets alle Häuser ausreichend mit Wärme versorgt sind, plant Beenken eine Erweiterung seiner Biogas-Anlage um Brennkessel für Holzhackschnitzel und um einen Brennkessel für fossile Energieträger als Notversorgung. Dadurch sollen neben der Grundlast auch die Mittellast und Spitzenlasten – z. B. im Winter – aufgefangen werden. Teilnehmer an der Fernwärmeversorgung müssten Beenken zufolge der Genossenschaft beitreten und in einen Hausanschluss investieren. Im Gegenzug erhielten sie eine Liefergarantie für Wärme über einen Zeitraum von 20 Jahren.
250 Haushalte im Blick
Beenken hat zunächst die etwa 250 Haushalte westlich der Rahrdumer Straße im Blick. Bei Bedarf könne das Fernwärmenetz aber auch auf die Rahrdumer Ostseite ausgeweitet werden. Nähere Infos erteilt Beenken unter Tel. 04461/984020.
Im Ortsteil regt sich aber auch scharfe Kritik an den Plänen. Nach Ansicht der Bürgerinitiative Rahrdum sollte Beenken von seinen Plänen absehen. „Unstrittig ist heute, dass die Biogas-Anlage am falschen Platz und Ort gebaut wurde”, sagt der Sprecher der Initiative, Hermann Hohlen. Die Bürgerinitiative, die 2001 erfolglos versucht hatte, den Bau der Biogas-Anlage zu verhindern, bezweifelt, dass die von Beenken angekündigten acht bis zwölf zusätzlichen Lastwagenfahrten ausreichend sind, um die Anlage zu versorgen. Zudem wirft sie dem Investor vor, dass die neue Wärmegenossenschaft zur Existenzsicherung und Abwälzung der Risiken des Hofs Beenken dienen soll.
