RAHRDUM - Das Projekt des Nahwärme-Netzes für Rahrdum ist gescheitert: Zu wenige Rahrdumer zeigten Interesse daran, künftig mit der Abwärme der Biogasanlage von Landwirt Enno Beenken ihre Häuser zu heizen. „Wir haben viel gerührt, aber wenn die Leute nicht wollen, muss man das so hinnehmen“, sagte Beenken.

Geplant war die Gründung einer Nahwärmegenossenschaft, die bei Beenken Wärme einkauft und dann an ihre Mitglieder liefert. Knapp 200 Rahrdumer Haushalte sollten künftig ihre Wärme aus der Biogasanlage statt aus dem Gas- oder Ölkessel beziehen.

Eine Projektgruppe um Wolfgang Fischer hatte für die Idee geworben und über die Vorteile eines Nahwärmenetzes geworben – vergebens, wie sich herausstellte. „Aber wir mussten es wenigstens probieren“, meint Beenken.

Er wird die Abwärme seiner Biogasanlage nun nutzen, um damit Gärrest zu trocknen, der dann als Dünger aufs Land aufgebracht wird. Denn nur, wenn der Landwirt eine sinnvolle Nutzung der Abwärme vorweisen kann, erhält er den Bonus für Biogasanlagen.

Von der Gärrest-Trocknung werden auch die Nachbarn Beenkens in Rahrdum profitieren: Eine Fuhre Trockensubstanz aus der Biogasanlage könnte sieben bis acht Güllefahrten ersetzen. Beenken selbst verspricht sich davon enorme Einsparungen an Kraftstoff und Arbeitszeit.