Hooksiel - Helgoland-Hamburg: Eine Strecke von gut 80 Seemeilen, die für jeden Segler eine Herausforderung ist. 2008 haben Hans Genthe und das Unternehmen „stockmaritim“ einen Preis ausgelobt für den Skipper, der den Ritt am schnellsten schafft. Genthe legte damals mit einer Yacht des Typs Asso 99 eine Rekordmarke vor, die vier Jahre gehalten hat. Jetzt hat der Hooksieler Wolfram Heibeck mit der „Black Maggy“ (WSV Hooksiel/SKHS Horumersiel) den alten Rekord von 7:43 Stunden um zwei Minuten unterboten.
Der Rekord des Segelsportlers und Bootsbauermeisters war auch Thema in den jüngsten Monatsversammlungen der Segelvereine an der Küste. Heinz Martin, 2. Vorsitzender des Wassersportvereins Hooksiel, und Weert Siuts, Vorsitzender der Segelkameradschaft Horumersiel, freuten sich für den innovativen Werftinhaber aus Hooksiel und gratulierten dem Skipper und seiner Crew.
Am 29. September um 8.44 Uhr passierte die Hooksieler Yacht mit Skipper Wolfram Heibeck, Christian Fahl und Jochen Denkena die Hafeneinfahrt von Helgoland, um einen neuen H2H-Rekord aufzustellen. Dokumentiert von Zeugen und Video, raste Heibecks „Carbon-Rakete“ aus dem Hafen und beschleunigte auf bis zu 18 Knoten, bei 27-30 Knoten Wind. Hier bewährte sich der nach Luv und 40 Zentimeter nach achtern geneigte Canting Kiel. „Die Nase des Bootes war immer frei über den Wellen“, so Heibeck.
Auf halbem Weg ging der Wind herunter, fast eine halbe Stunde sah es so aus, als wäre der Versuch vergebens. Um 11.45 Uhr – drei Stunden nach dem Start – erreichte Hans Genthe eine Nachricht mit einem Foto von der Kugelbake vor Cuxhaven. Zum Glück frischte der Wind ab Otterndorf wieder auf, bis Glückstadt ging es unter Gennaker bei 17-22 Knoten mitdrehendem Wind. Ein Frachterstau vor der Schleuse Brunsbüttel erforderte einige zusätzliche Halsen. Ab Glückstadt wurde der Wind immer weniger. So wurde es am Ende noch knapp: Um 16.25 Uhr passierte die „Black Maggy“ die Hafeneinfahrt des Wedeler Yachthafens.
Die Hooksieler Yacht hat damit den von der Asso 99 „stockmaritime“ aufgestellten Rekord um 2 Minuten unterboten. Die Übergabe des Wanderpreises erfolgt auf der Messe „Hanseboot“, die vom 27. Oktober bis 4. November in Hamburg stattfindet.
Die Open 32 „Black Maggy“ ist ein modernes Offshore-Segelboot, gebaut aus Compositmaterialien wie Carbon, Kevlar, E-Glasfaser, Holzfurnier und verarbeitet mit Epoxidharz im Vakuumverfahren. Besonders innovativ ist der weltweit erste 2-Achs aufgehängte, 2,9 Meter tiefgehenden Kiel (Canting-, Schwenkkiel). In der Segelstellung kann die 710-kg-Ballastflosse jeweils 45 Grad nach Luv geschwenkt werden. So wird der Gewichtsschwerpunkt des gesamten Boots ca. 1,50 Meter aus der Mittschiffsachse versetzt und erhält so ein enormes aufrichtendes Moment.
Um in flache Häfen zu gelangen, kann die Flosse nach hinten unter den Rumpf geklappt werden und der Tiefgang auf 0,9 Meter verringert werden. Die Segelfläche am Wind beträgt 69 Quadratmeter. Das Design entspricht den Anforderungen einer modernen Segelyacht, die „Black Maggy“ ist etwa 50 Prozent leichter als eine konventionelle Serienyacht. Dadurch kann das Boot Geschwindigkeiten erreichen, die sonst nur Regattayachten haben.
Optisch sind Akzente gesetzt durch den mit Mahagoni furnierten Bootsrumpf, das Teakdeck und Mahagoni-Aufbauseiten. Gebaut wurde die innovative Yacht von Spezialbootsbau aus Hooksiel.
