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ENTSCHEIDUNG Waskönig darf hoch hinaus

SVEN KAMIN

RAMSLOH - „Das Hochregallager wird die Ortssilhouette auf jeden Fall deutlich beeinflussen“, das sagte Werner Gieselmann vom Büro für Stadtplanung am Mittwochnachmittag, als er dem Ausschuss für Planung, Bau und Umwelt noch einmal die Baupläne des Ramsloher Unternehmens „Waskönig + Walter“ erläuterte. Am Abend stimmte der Saterländer Gemeinderat mit großer Mehrheit für eine Genehmigung des Projektes.

Die Kabelfabrik möchte an den vom Großbrand im Sommer betroffenen westlichen Teil der Lagerhalle an der Friedhofstraße eine Logistikhalle und ein Hochregallager bauen – dieses soll eine Höhe von 40 Metern erreichen. Vor allem über letzteres wurde am Mittwoch in Ausschuss und Rat heftig diskutiert. So sieht der ursprüngliche Bebauungsplan eine Maximalhöhe für Gebäude von 12 Metern vor. Der Gemeinderat musste nun darüber entscheiden, ob der Bau des Hochregallagers auf Grundlage einer Befreiung genehmigt werden kann.

Zwei Hauptargumente prägten die Diskussion in Rat und Ausschuss: Die Sicherung des Standortes für das Unternehmen „Waskönig + Walter“ mit seinen etwa 400 Arbeitsplätzen stand der erheblichen Änderung des Ramsloher Ortsbildes entgegen. Der Vorsitzende des Planungsausschusses, Dr. Heinrich Norrenbrock (CDU), sagte in der Ratssitzung: „Ja, das Gebäude wird das Ortsbild beeinträchtigen, aber wir sind froh, ein starkes Unternehmen wie Waskönig in der Gemeinde zu haben, und wir müssen alles tun, damit die Firma ihre Existenz und die Arbeitsplätze in der Gemeinde sichern kann“, so Norrenbrock.

CDU-Fraktionssprecher Gerhard Albers formulierte es so: „Wir müssen hier abwägen zwischen den Anliegern und den Anliegen aller Bürger der Gemeinde, und da fallen die Arbeitsplätze sehr viel deutlicher ins Gewicht.“

Im Vorfeld hatten Anwohner zu dem Bauvorhaben Stellung genommen: So hatte der Besitzer der gegenüberliegenden Tankstelle sich gegen die Pläne gewandt – unter anderem weil er geplant hatte, auf seinem Dach Sonnenkollektoren zu installieren. Johannes Schmits (UWG) regte in der Diskussion an, eine Entschädigung für die Anwohner zu prüfen. Bürgermeister Hubert Frye wies dies zurück.


Anwohner der Friedhofstraße befürchten, dass mit der Entscheidung für das Hochregallager schon eine Vorentscheidung für die weitere Erhöhung der anderen Hallen von acht auf zwölf Metern fallen könnte. Über diese Maßnahme muss und will der Rat gesondert entscheiden. Der SPD-Ratsherr Karl-Peter Schramm verweigerte aus diesem Grund dem Antrag seine Zustimmung.

Das Bischöflich Münstersche Offizialat hatte mit Blick auf den Friedhof gefordert, die optische Gestaltung des Lagers sehr dezent und ohne Werbeaufschriften zu gestalten. Über die Ausgestaltung des Gebäudes wurde im Rat noch nicht diskutiert, da dies erst bei der Frage der Baugenehmigung aktuell wird. Auch über den Brandschutz und eventuell auf die Saterländer Feuerwehr zukommende zusätzliche Aufgaben in Zusammengang mit dem Großbau wird später beraten.

40 Meter Hoch und 100 Meter Breit

Das geplante

Hochregallager der Firma „Waskönig + Walter“ soll eine Höhe von 40 Metern erreichen.

Da sich der Bau

in einem Gewerbegebiet befindet, muss die Hälfte der Höhe als Abstand zum Nachbarn gegeben sein. Das wären in diesem Fall 20 Meter.

Die gegenüberliegende

Tankstelle

hat insgesamt 30 Meter Abstand zum geplanten Hochregallager.

Die Grundfläche

des geplanten Gebäudes soll 100 x 20 Meter betragen. Um kurze Wege zwischen Lager und Produktion zu gewährleisten, ist der Standort am Westende der alten Halle notwendig.

Der Ratsbeschluss

setzt die bisherige Maximalhöhe von 12 Metern für das geplante Hochregallager außer Kraft.

Die Entscheidung

über diesen Bauabschnitt wurde in der Ratssitzung am Mittwoch ausdrücklich unabhängig von der Entscheidung über eine Erhöhung der Produktionshalle gefällt. Anwohner befürchten auch hier eine Erhöhung.
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