RAMSLOH - Zuversicht verströmte Saterlands Bürgermeister Hubert Frye bei einem ersten Pressegespräch mit Blick auf das Jahr 2012. „Der Gemeinde stehen in diesem Jahr einige Herausforderungen ins Haus, die sie aber optimistisch angehen kann“, sagte Frye.
Für Optimismus im Rathaus sorgte unter anderem die Bevölkerungsentwicklung (siehe Info-Kasten). Mit Freude sieht Frye auch dem Baubeginn des Windparks in Scharrel entgegen. Zurzeit laufe das Genehmigungsverfahren nach dem Bundesimmissionsgesetz beim Landkreis, so Frye. Danach werde mit dem Bau begonnen. Der größte Teil des Windparks wird als Bürgerwindpark eingerichtet, an dem sich die Bürger des Saterlandes finanziell beteiligen können. Mit einem Investitionsvolumen von mehr als 100 Millionen Euro wird es sich um die größte Einzelinvestition im Saterland handeln. Investor ist die Raiffeisenbank Scharrel.
Eine finanzielle Herausforderung für die Gemeinde ist in diesem Jahr die Sanierung der Sporthalle in Scharrel. Die Sanierung war eigentlich schon für 2011 vorgesehen. Mit 900 000 Euro will die Gemeinde die Halle nicht nur sanieren, sondern auch einen neuen Sanitär- und Umkleidetrakt errichten.
Ebenfalls mit einem Jahr Verspätung wird die Erweiterung des Feuerwehrhauses Ramsloh realisiert. Mit der Erweiterung sollen Räume für die Feuerwehrleute und für die Geräte- und Fahrzeugausstattung entstehen. Rund 435 000 Euro kostest das Vorhaben. Investieren möchte die Gemeinde auch 2012 in den Ankauf von Flächen, die sie als Wohnbauland verkaufen möchte.
Kurz vor dem Abschluss steht der Bau der Kinderkrippe beim Kindergarten St. Marien in Sedelsberg. Die Kosten für den Bau betragen rund 390 000 Euro. Die Bewilligung der beim Land und Landkreis beantragten Fördermittel stünde aber noch aus, so Frye. Die Kinderkrippe Sedelsberg wird die dritte ihrer Art im Saterland – dann sind 45 Betreuungsplätze für Kleinstkinder vorhanden. „Das ist eine gute Zahl“, sagte Frye. Ob bald auch in Ramsloh eine Kinderkrippe an den Kindergarten Pusteblume angebaut wird, hängt davon ab, ob die Zuschüsse durch Land und Landkreis bewilligt werden.
30 000 Euro will sich die Gemeinde die neue Mensa der Marienschule Strücklingen kosten lassen. Die Schule wird zum Schuljahr 2012/2013 Ganztagsschulschule. Die Mensa soll pünktlich zum Schuljahresbeginn fertig sein. „Wenn wir eine Ganztagsschule eröffnen, dann auch vernünftig“, sagte Frye.
Auf das vergangene Jahr blickte der Bürgermeister gerne zurück. So hätten sich zum Beispiel die Arbeitslosenzahlen im Nordkreis positiv entwickelt. So sank im Amtsbezirk Friesoythe, zu dem auch das Saterland gehört, die Arbeitslosenquote von zehn Prozent im Januar 2010 auf nur noch 6,9 im Dezember 2011. Auch die Finanzsituation der Gemeinde habe sich weiter verbessert. So übertrafen die Gewerbesteuereinnahmen mit rund 4,62 Millionen Euro die Schätzungen um 1,07 Millionen.
Das Niedersächsische
Landesamt für Statistik bescheinigte der Gemeinde Saterland im Jahr 2011 13 1636 Bürger mit Erstwohnsitz. Das waren 105 mehr als noch ein Jahr zuvor. Insgesamt waren in der Gemeinde am Ende des Jahres 13 500 Einwohner gemeldet, hierin sind auch die Einwohner mit Zweitwohnsitz enthalten.Die Zahl der Geburten im Jahr 2011 lag mit 109 um 16 unter der Zahl der Sterbefälle (125). Im Jahr 2010 lag die Geburtenzahl mit 139 um 13 über der Zahl der Sterbefälle. 921 Personen haben sich 2011 im Saterland angemeldet, abgemeldet haben sich 880. 51 Paare ließen sich im vergangenen Jahr im Saterland trauen, 14 weniger als im Vorjahr.
Die fünf Kindergärten im Saterland werden derzeit von 434 Kindern besucht. Im Jahr zuvor waren es noch 429 Kinder. Die Kinderkrippen in Scharrel und Strücklingen werden aktuell von jeweils 15 Kindern besucht. 657 Schüler besuchen im Saterland derzeit die Grundschulen, drei weniger als vor einem Jahr. 683 Schüler zählt das Schulzentrum Saterland, davon 267 Hauptschüler und 416 Realschüler.
Bei der Zahl der Bauanträge gab es gegenüber 2010 einen Zuwachs um 15 auf 172. 36 Bauanträge wurden für Einfamilienhäuser gestellt. Im Jahr zuvor waren 51. Die Zahl der Bauanträge für Mehrfamilienhäuser stieg gegenüber 2010 von acht auf 18.
Wohnbaugrundstücke wurden im vergangenen Jahr 18 verkauft, 2010 waren es 30. Von den Grundstücken entfallen vier auf Strücklingen, acht auf Ramsloh, zwei auf Scharrel und vier auf Sedelsberg. Außerdem wurden zehn Gewerbegrundstücke verkauft.
