RAMSLOH - Es fing ganz harmlos an. Mit neun Jahren bekam er ein Aquarium, ein paar Fische, dann kam ein kleiner Gecko dazu. Mit der Zeit wurden die Tiere dann immer größer. „Die Leute fragen mich oft, wie man eigentlich dazu kommt, mehrere Krokodile im Keller zu haben“, schmunzelt Florian Häselbarth, „und die Antwort ist einfach, dass mein Interesse an den Tieren mit der Zeit ebenfalls gewachsen ist“.

Reptilien sind die große Leidenschaft des 26-jährigen Studenten aus Ramsloh. Vor kurzem ist er mit seiner ganzen Menagerie umgezogen (die NWZ berichtete). Jetzt sind die neuen Räume für seine Schützlinge fertig. „Meine Vermieter kommen super mit meinen Tieren klar“, freut sich Häselbarth, „oft gehen sie sogar unten in den Keller und reden mit den Krokodilen. Bei denen gab es kürzlich Neuzuwachs. „Eine Sumpfkrokodildame aus einem Zoo ist für ein paar Monate bei mir untergebracht, bis sie in einen anderen Zoo gegeben werden kann.“ Die 27-jährige Echse namens „Frau Sumpf“ hat keine Zähne mehr, ungefährlich wirkt das 2,70 Meter lange Tier trotzdem noch lange nicht. Scheinbar träge liegt es auf seiner Plattform, lässt jedoch den Besuch nicht einen Moment aus den Augen.

Auch in den anderen drei Räumen des Kellers könnten sich Reptilien-Ungewöhnte Menschen schnell unwohl fühlen. Aus einem Terrarium schaut eine Anaconda, aus dem anderen eine Tigerpython, weiter unten klappert es beängstigend. „Die Schlangen haben gerade gefressen, die sind ganz brav jetzt“, beruhigt Häselbach. Nur alle zehn Tage nehmen die Tiere etwas zu sich. „Meistens Geflügel, sonst werden sie zu dick“, erzählt Häselkamp. Für die Alligatoren steht in einer Ecke ein Eimer mit Küken bereit. Zur Abwechslung gibt es aber auch mal Lebendfutter, zum Beispiel Kaninchen oder Tauben.

„Das Teuerste an meinem Hobby sind eigentlich die Energiekosten für Strom und Gas. Reptilien sind wechselwarme Tiere und lieben es heiß, sie brauchen viel Wärme“, seufzt Häselbarth. Doch die Kosten lohnen sich. Auf dem Gebiet der Krokodile ist der Ramsloher mittlerweile als Fachmann gefragt. Er arbeitet als einziger privater Halter in Deutschland an den Richtlinien zur Haltung von Krokodilen mit.

Auch kooperiert er mit mehreren Zoos, wie im Falle von „Frau Sumpf“. Nebenbei publiziert er auch Fachartikel in Zeitschriften. Obwohl Florian Häselbarth auch noch Vogelspinnen und einen zahmen Waran hält, sind Krokodile immer noch seine Favoriten. „Sie sind einfach die intelligentesten Reptilien, das ist ihre Faszination“, schwärmt er. Und eines ist sicher: Größer können die Tiere in seinem kleinen Zoo nun nicht mehr werden.