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Serie Kabelsalat gibt’s bei Lena Hinrichs nicht

Mirco Moormann

RAMSLOH - Flotten Schrittes geht Lena Hinrichs durch eine unendlich lang wirkende Halle. Überall stehen sperrige Maschinen, hoch wie zweistöckige Häuser, die Drähte in sich hineinziehen und verflechten. Es riecht nach Plastik und Metall. Am Ende der 600 Meter langen Halle angekommen, ist Lena am Ziel.

Sie steht im Vorraum des Hochregallagers des Kabelherstellers Waskönig und Walter in Ramsloh. Jenem Gebäude, das bei einer Fahrt durch den Ort neben der Kirche gleich ins Auge fällt. Ein 40 Meter in die Höhe ragendes Rechteck, das neben einer nicht weniger imposanten, 600 Meter langen Halle steht.

Hier arbeitet Lena Hinrichs. Die 18-jährige Ramsloherin absolviert dort eine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik und hat mit Kabeln in allen Größen und Farben zu tun. Genauer genommen macht sie schon ihre zweite Ausbildung. Nach den ersten zwei Jahren hatte sie den Titel Fachlageristin inne, jetzt folgt die einjährige Fachkraft-Ausbildung.

Mit Praktikum fing es an

Nach einem Praktikum hatte sie sich für den Job entschieden. Da auch der Arbeitgeber mit ihren Leistungen zufrieden war, bekam sie den Job. „Die Arbeit macht mit Spaß“, sagt Lena. Der lange Fußweg zur Arbeit – einmal durch die Halle, in der die Kabel produziert werden – macht ihr nichts aus. Auch dass sie in einem „Männerberuf“ arbeitet, sei für sie „kein Problem“. Unter 60 Kollegen, die im Lager arbeiten, finden sich mit Lena gerade drei Frauen wieder. „Die Kollegen sind alle ganz nett“, sagt Lena. Insgesamt sind bei Waskönig und Walter 40 Auszubildende tätig, vier von ihnen im Lager. Während der Ausbildung arbeitet Lena von sieben bis 15.30 Uhr, später, wenn sie ausgelernt ist und übernommen werden sollte, wird sie im Dreischichtbetrieb arbeiten. Waskönig und Walter ist mit mehr als 500 Angestellten das größte Unternehmen im Saterland. Es verkauft seine Kabel weltweit.

Auch wenn das Lager 40 Meter hoch ist, muss Lena nicht tagtäglich in dieser Höhe arbeiten. „Das Lager arbeitet vollautomatisch“, erklärt sie. So hat sie meistens den Hallenfußboden unter ihren Füßen, lagert Rohstoffe ein, die dann automatisch platziert werden. Auch kommissioniert sie Waren, die zum Kunden geliefert werden. Das bedeutet, dass sie eine Palette mit Waren bestückt und dann mit Folie umwickelt und versandfertig macht.


Meterhohe Kabeltrommeln

Im Lager befinden sich unzählige Produkte, von der kleinen Kabelspule über Kabelringe bis zu fünf Meter hohen Trommeln aus Metall. Diese tonnenschweren Kolosse werden mit großen Gabelstaplern transportiert. Eine Arbeit, die Lena viel Spaß macht. Allerdings transportiert sie mit dem Stapler derzeit nur die kleineren Trommeln. Sie gibt zu: „Die ganz großen Stapler fahre ich noch nicht, dazu benötige ich erst die entsprechenden Scheine.“ Auch wenn es nur selten ins Hochregallager geht, kopffest muss Lena trotzdem sein: „Hoch ins Lager müssen wir nur, wenn irgendein Fehler passiert ist“, sagt Lena. Dann werde ein Sicherheitsgurt angelegt und in luftiger Höhe nach dem Rechten gesehen. Meist sei das nur ein Elektronikfehler, meint Lena. „Deshalb müssen alle, die hier arbeiten, eine Höhentauglichkeitsprüfung machen“, erklärt die 18-Jährige.

Sicherheitsbelehrungen sind auch Bestandteil des Unterrichts an der Berufsschule, die Lena einmal in der Woche in Oldenburg besucht. Dort, und auch im werksinternen Unterricht, bereitet sie sich auf die Abschlussprüfung im August vor. Ob sie übernommen wird, das weiß Lena noch nicht. Vielleicht stehen ihre Chancen gut, denn bislang wurden alle fertigen Auszubildenden zur Fachkraft für Lagerlogistik übernommen.

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