RAMSLOH - Es sind schwere Vorwürfe, die Aloys Budde, kommissarischer Vorstand des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Ortsgruppe Saterland, gegen den langjährigen ehemaligen Vorsitzenden (85) der Ortsgruppe erhebt.
Budde spricht von finanziellen Unregelmäßigkeiten, von einer chaotisch geführten Buchführung sowie gezahlten Aufwandsentschädigungen, die in den vergangenen zehn Jahren aber nie dokumentiert worden seien. Zugleich kündigt er an: Wir wollen das bis ins kleinste Detail ordnen, außerdem Geld, das nicht ordnungsgemäß verbucht wurde, zurückerhalten. Das alles sei man den rund 160 Mitgliedern und Beitragszahlern schuldig. Sollte der ehemalige Vorsitzende seinen Verpflichtungen nicht nachkommen, werde er, Budde, nicht davor zurückschrecken Strafanzeige zu stellen. Mit Wir meint Budde sich und den restlichen vierköpfigen kommissarischen Vorstand, der Anfang Januar übergangsweise eingesetzt wurde. Zu diesem Zeitpunkt war der ehemalige Vorsitzende, der den Ortsverband 13 Jahre anführte, bereits ausgeschieden. Knall auf Fall ist im November 2011 der gesamte Vorstand zurückgetreten, erinnert sich Budde. Bei Sichtung der Dokumente sei ihnen den Nachfolgern erstmals aufgefallen, dass die Kasse bei Jahresende stets eine Null aufweise. Da sind wir stutzig geworden. Mit der Bitte, er solle die gesamten Buchungsunterlagen an sie abtreten, hätten sich Budde und seine Kollegen an den Ex-Vorsitzenden gewandt. Dieser habe ihnen auch einen Karton überreicht mit alten Telefonbüchern.
Um Unterstützung zu erhalten, wurde Anfang Februar der SoVD-Kreisverband Vechta/Cloppenburg eingeschaltet. Mittlerweile beschäftigt sich auch der Landesverband mit dieser Angelegenheit. Wir sind mit der Prüfung der Dokumente betraut worden, weil es offenbar finanzielle Unregelmäßigkeiten gegeben hat, erklärt SoVD-Pressesprecherin Stefanie Jäkel. In einem Schreiben, das derNWZ
vorliegt, wendet sich die Finanzbuchhaltung des Landesverbands mit mehreren Punkten an den ehemaligen Vorsitzenden. So hat sie errechnet, dass der Soll- und Ist-Bestand zum 31. Dezember 2011 nicht wie angegeben 338,48 Euro sondern 604,05 betragen müsse. In einem weiteren Punkt wird gefragt, wie es sein könne, dass der Kassenprüfungsbericht von einer Person unterzeichnet worden sei, die schon seit Jahren nicht mehr als Revisor tätig ist.Mit Blick auf das hohe Alter und die gesundheitliche Verfassung des ehemaligen Vorsitzenden habe man die Frist bis zum 11. Mai verlängert, so Jäkel. Einem Teil der Forderungen sei er schon nachgekommen, anderes würde noch ausstehen. Als völligen Blödsinn bewertet der ehemalige Vorsitzende die gegen ihn gerichteten Vorwürfe. Ich habe immer alles ordnungsgemäß verbucht.
