RAMSLOH - Welche Anforderungen stellen mittelständische Unternehmen vor Ort an ihre Lehrstellenbewerber? Gibt es genügend Bewerber für die angebotenen Lehrstellen? Fragen, mit denen sich die Mitglieder des Arbeitskreises Schule/Wirtschaft im Landkreis Cloppenburg bei einem Werksbesuch bei Waskönig+Walter am Donnerstag auseinandersetzten. Der Arbeitskreis wird vom Arbeitgeberverband Oldenburg organisiert und betreut.
Von den knapp 500 Mitarbeitern des Unternehmens sind rund 40 Lehrlinge. Die Firma bildet unter anderem Elektroniker, Industriemechaniker und Industriekaufleute sowie seit einiger Zeit im Rahmen eines dualen Studiums in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Vechta auch Ingenieure der Fachrichtung Maschinenbau und Elektrotechnik aus. „Wir bilden Ingenieure selbst aus, weil es in diesem Bereich für uns immer schwieriger war, auf dem Arbeitsmarkt gute Ingenieure zu bekommen“ berichtete Personalleiter Reinhold Bley den Gästen.
Mangel gebe es im Ramsloher Betrieb an geeigneten Bewerbern für die technischen Lehrberufe wie Mechaniker, so Prokurist Franz Speer. Geschäftsführer Stefan Nestler beklagte, dass Schulabgänger bei der Suche nach ihrem Wunschberuf Ausbildungsverträge unterschreiben würden und bei einem aus ihrer Sicht besseren Angebot eines anderen Unternehmens diese wieder aufkündigen würden.
Wer sich bei Waskönig+Walter als Schulabgänger erfolgreich bewerben will, sollte im Zeugnis unbedingt „gute Kopfnoten“ vorweisen. „Wer hier nur Formulierungen wie ,genügt den Anforderungen vorweist, hat schon verloren“, so Stefan Nestler. Von großer Bedeutung sind bei der Bewerberauswahl bei der Saterländer Firma auch das Anschreiben und das Bewerbungsfoto. „Wer uns ein Foto schickt, bei dem er eine Che Guevara-Kappe trägt, hat nicht die besten Karten“, sagte Speer. Nach der Diskussion informierten sich die Besucher bei einer Betriebsführung über die Kabelproduktion am Standort Ramsloh.
