RAMSLOH - Zum 52. Mal fand jetzt das Interfriesische Bauerntreffen des „Friesenrats/Freesek Raad“ im Saterland statt. Landwirte aus Nord- , Ost- und Westfriesland treffen sich seit 1959 regelmäßig. Organisiert hatte das Treffen, das zu den lebendigsten Traditionen der interfriesischen Arbeit gehört, in diesem Jahr die Mitglieder der Sektion Ost. Unterstützung gab es vom Seelter Buund.

Insgesamt rund 100 Teilnehmer nahmen an diesem dreitägigen Treffen am Wochenende teil. Besichtigt wurden die Friesoyther Wasseracht und das Torfwerk Brinkmann-Griendtsveen in Scharrel. Über das Moor und den Torfabbau berichteten Prokurist Johann Brinkmann und der zweite Vorsitzende des Seelter Buundes, Heinz-Hermann Evers. Anschließend wurden der landwirtschaftliche Betrieb Engelhof in Papenburg. und die Gartenbauzentrale in Papenburg besucht. Zu Beginn des Treffens hatte Saterlands Bürgermeister Hubert Frye die Gäste bei einem Empfang im Rathaus begrüßt. „Die mittelständischen bäuerlichen Betriebe werden immer mehr von den ,Industriellen’ vom Markt verdrängt“, sagte der Vorsitzende der Sektion Ostfriesland im Friesenrat und Sprecher der Bauernschaft, Gerhard Cordes aus Leer. Viele Milchviehhalter stehen wirklich kurz vor dem Aus“, weiß Cordes. Er hat seine Landwirtschaft längst aufgegeben, betreibt sie nur noch im Nebenerwerb. „In den vergangenen 50 Jahren hat sich viel in der Landwirtschaft geändert“, sagt er. Früher habe ein guter Betrieb im Schnitt 30 bis 40 Kühe gehabt. „Heute sind im Schnitt 100 bis 120 Stück Milchvieh nötig, um zu überleben“, erzählt Cordes. Die Frage „Wohin geht die Reise der bäuerlichen Landwirtschaft?“ sei aktueller denn je, meinte der Bauernsprecher. Alljährlich steht der Erfahrungsaustausch unter den friesischen Bauern fest auf dem Terminkalender vieler Landwirte. Das Treffen endete im Landgasthof Dockemeyer. Die nächste Veranstaltung findet im Juli in Harlingen statt.