RANZENBüTTEL - Tonnen von Sand schießen durch das schwarze Plastikrohr. Zu hören ist nur ein leises Prasseln. Achim Wussow steht auf einem schwimmenden Ponton mitten auf dem See, neben ihm holt der große Saugbagger den Sand aus der Tiefe. „Er wird zuerst aufgewirbelt und dann zusammen mit dem Wasser angesaugt“, erklärt der 27-Jährige. „Erst an Land wird beides getrennt. Dazu läuft der Sand über ein Schöpfrad und bleibt anschließend zwei Tage zum Trocknen liegen.“ Die großen Maschinen werden von drei Mitarbeitern bedient.
Erweiterung geplant
Im Frühjahr hat der Landkreis einer Erweiterung der Grube zugestimmt. Damit steigt die Fördermenge nun auf insgesamt zwei Millionen Kubikmeter. Gebraucht wird der Sand vor allem für den Bau der neuen Ortsumgehung in Berne.
„Die Erweiterung der Grube geht nach und nach vor sich“, erklärt Achim Wussow. Auf dem Gelände wird zurzeit eine neue Lagerfläche für den Sand geebnet. Die alte wird im Wasser verschwinden. „Der See wird nachher wohl die doppelte Größe haben“, so der Straßenbaumeister und Betriebswirt.
40 Mitarbeiter
Achim Wussow arbeitet gemeinsam mit seiner Schwester im Familienbetrieb. Ihr Vater Wilhelm Wussow gründete diesen 1972 mit nur 21 Jahren. „Zunächst als einen Betrieb für die Beseitigung von Sturmschäden. Ab 1976 übernahmen wir landwirtschaftliche Arbeiten, später auch Pflasterarbeiten“, erzählt der 59-Jährige Unternehmer. 1998 nahm er die Sandgrube in Betrieb. Sie gehört zum Wilhelm Wussow Lohnbetrieb. Hoch- und Tiefbauarbeiten übernimmt heute der Wussow Kanal- und Pflasterbetrieb.
40 Menschen sind bei beiden Firmen beschäftigt. Sein Büro hat Wussow in Ranzenbüttel, dort herrscht emsige Betriebsamkeit. Auf den ausgelegten Prospekten ist neben Bildern der Sandgrube auch eine Forelle abgebildet. „Im See kann auch geangelt werden“, erklärt Wussow. Deshalb seien ringsherum kleine Unterstände aufgebaut. Die Erweiterung des Gewässers sei ohne Probleme genehmigt worden. „Erst hatten wir eine noch umfangreichere Erweiterung geplant, doch ein Anlieger hat nicht verkauft. Deshalb haben wir einen neuen Antrag gestellt.“ Die Sandgrube Wussow ist die einzige ihrer Art in der Wesermarsch. „Sand gibt es hier nicht viel“, erklärt Wussow. In seinem Gebiet liegt er ca. 1,40 Meter unter dem Oberboden. Und auch für den hat der Unternehmer schon Abnehmer. „Er wird zum Deichbau verwendet, zum Beispiel bei der Erhöhung von Weserdeich bis Lemwerder.“
