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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Rast bei Milchspezialitäten, Kühen und Kapelle

14.04.2015

Ganderkesee-Bergedorf Gaby Logemann hofft auf einen schönen Sommer. „Je besser das Wetter, umso mehr Besucher kommen“, weiß sie. Gaby Logemann betreibt ein Melkhus im Ganderkeseer Ortsteil Bergedorf.

Rund 75 solcher „Milchhäuser“ gibt es in Niedersachsen, davon allein 33 im Oldenburger Land und Ostfriesland. Alle sind an einen landwirtschaftlichen Betrieb angebunden. Die Logemanns betreiben Milchviehwirtschaft und Hähnchenmast. Hierum kümmert sich aber inzwischen vor allem die Tochter.

Gaby Logemann hat vor gut zehn Jahren ihr Melkhus eröffnet. „Ich finde es schön, wenn Leute hierher kommen, sich ein wenig bei Milchgetränken zum Beispiel von einer Fahrradtour erholen wollen, sich für unsere Tiere und den sehr geschichtsträchtigen Hof interessieren“, sagt die 60-Jährige, die selbst noch als Fachpraxislehrerin in Delmenhorst arbeitet. Leben könne man von einem Melkhus natürlich nicht, zumal es nur im Sommer geöffnet ist. Es ist für die Logemanns ein kleines finanzielles Zubrot.

Dabei haben die Logemanns für ihre Besucher schon eine kleine Erlebniswelt aufgebaut. Neben dem Melkhus mit Sitzplätzen drinnen und draußen unter schattigen Bäumen, gibt es Spielgeräte für Kinder, einen Heilkräutergarten und eine Klosterkapelle. Sie ist der Nachbau einer Kapelle, die hier 1192 von Graf Moritz von Oldenburg erbaut wurde als Sühne dafür, dass er an dieser Stelle seinen Bruder Graf Christian von Oldenburg ermorden ließ.

Geöffnet hat das Melkhus der Logemanns täglich von Anfang Mai bis Anfang Oktober, bei schönem Wetter auch schon einmal ein paar Tage früher oder auch noch später, „jeweils von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang“, so Gaby Logemann. Wochentags können sich die Gäste aus einem Kühlschrank selbst mit Milchspezialitäten versorgen. „Vor allem meine Quarkspeisen nach eigenen Rezepten laufen sehr gut“, erzählt sie. Fürs Wochenende backt sie „himmlische Torten“. Die gibt es nur Sonnabend und Sonntag, wenn sich die Logemanns persönlich um die Gäste kümmern. Gerd Logemann erzählt den Besuchern dann gern auch die Klostergeschichte, denn im 13. Jahrhundert gab es auf dem Hof-Gelände, das inzwischen seit mehr 350 Jahren von der Familie Logemann bewirtschaftet wird, auch mal ein Kloster. Und die Kinder können natürlich in den Kuhstall und die Kälber füttern – „damit sie sehen, wie aus Grasfutter die Milch wird, die sie gerade trinken“.

Die meisten Besucher kommen per Fahrrad. „Die haben sich das Melkhus nicht selten ganz gezielt im Internet rausgesucht“, hat Gerd Logemann festgestellt. Auch Motorradfahrer machen hier gern mal eine Milch-Pause und auch Autofahrer. „Ein älteres Paar aus Bremen kommt regelmäßig mit einem Oldtimer-Cabriolet zu uns“, erzählt Gaby Logemann.

Tischdecken, Getränkebecher und anderes Ambiente im Melkhus sind ganz auf das Thema Kuh und Milch abgestellt. Unterstützt werden die „Milchhäuser“ dabei von der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen. Sie bietet auch regelmäßige Schulungen an, inklusive neuer Rezepte rund um die Milch. Außerdem trifft sich Gaby Logemann mehrmals im Jahr mit den Melkhus-Betreibern der Region Wildeshauser Geest. Alle sind mit ganzem Herzen dabei. „Reich werden kann man damit zwar nicht, aber es macht sehr viel Spaß. Und ich würde es jederzeit wieder machen“, sagt die Milchexpertin.

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