RASTEDE - Vom Rückgang der Arbeitslosigkeit und vom wirtschaftlichen Aufschwung merken Hildegard Petzke, Marion Zumholz und Rolf Grimm nichts, „im Gegenteil“, klagt das Team, das zuständig ist für den Arbeitsbereich des Wohnheims „Grünes Haus“. Hier werden Menschen mit seelischer Behinderung betreut – mit dem Ziel der Wiedereingliederung. Mit der Beschäftigungs- und Arbeitstherapie würden Arbeitsfähigkeiten ausprobiert und trainiert, hier werde Selbstvertrauen aufgebaut.

Nachdem zuvor erst im späteren Hotel an der Mühlenstraße und dann im „Grünen Haus“ gearbeitet wurde, konnte die Arbeiterwohlfahrt als Träger der Einrichtung 1991 die erste Werkstatt an der Raiffeisenstraße anmieten. Nicht zuletzt dank „Brötje“ gab es ausreichende Aufträge von der Montage bis zur Verpackung.

Inzwischen jedoch mangelt es an Aufträgen, bedauert Hildegard Petzke. Ursachen sieht sie in der großen Konkurrenz: „Das Ausland produziert billiger“. Und schließlich würden immer mehr Einrichtungen dieser Art geschaffen; in nächster Nähe gäbe es zwei jüngere Werkstatt für Behinderte.

Die Werkstatt – jetzt an der Finkenstraße in Rastede (zwischen Aldi und Bäckerei Müller-Egerer) – sei in ihrer Existenz bedroht, „obwohl wir alles können“. Lampenproduktionen, Kabel verbinden, Verpackungen gestalten, Waren eintüten, Kalender verschicken oder Industriemontage sind nur einige der Dinge, die in der Werkstatt geleistet werden können. Möglichkeiten gibt es auch im Recycling-Bereich.

Gibt es „Leerlauf“ bei den Aufträgen, werden kunsthandwerkliche Dinge aus Holz gefertigt, mühevoll von Hand gearbeitet, im Trend der Zeit. Sie können montags bis freitags von 9.30 bis 12 und von 14.30 bis 15.30 Uhr besichtigt und erworben werden. Doch damit es keinen Stillstand gibt, brauchen die etwa 20 Beschäftigten dringend Aufträge.


Zu erreichen ist die Werkstatt unter 04402/3718 oder 04402/929 190.

Weitere Infos: www.awo-ol.de