RASTEDE - Übers Hobby zur Berufsausbildung: Seit dem 1. August absolviert Franziska Koch aus Westerstede ihre Ausbildung zur Fachangestellten für Bäderbetriebe im Rasteder Hallenbad. Nach längerer Pause gibt es dort somit wieder eine Auszubildende.

„Ich bin seit eineinhalb Jahren bei der DLRG in Westerstede aktiv und habe schon einen sehr großen Einblick in den Beruf bekommen“, erzählt die 16-Jährige, die ursprünglich Erzieherin werden wollte. Nach einem Praktikum im Westersteder Hössenbad stellte sie dann aber fest: „Im Schwimmbad habe ich auch viel mit Kindern zu tun, zum Beispiel beim Schwimmunterricht.“ Und da Franziska Koch ohnehin gerne ins Wasser springt, war die Entscheidung schnell gereift.

Für die Mannschaft im Hallenbad ist das wohl ein Glücksgriff, denn in jüngster Zeit wurde es immer schwieriger, geeignete Auszubildende zu finden. „Wir haben in jedem Jahr Bewerber dabei, die entweder gar nicht schwimmen können oder nicht einmal die 50-Meter-Distanz bewältigen können“, weiß Betriebsleiter Olaf zur Loye.

Hinzukommt: „Die Anzahl der Bewerber wird weniger.“ 2009 konnte kein passender Kandidat gefunden werden, die letzte reguläre Auszubildende schloss ihre Ausbildung im Jahr 2007 ab.

Wenn es nach der Gemeinde geht, soll sich die Ausbildungssituation künftig wieder ändern: „Im kommenden Jahr wollen wir wieder einen Auszubildenden einstellen“, sagt Pressesprecher Ralf Kobbe.


Voraussetzung für die Ausbildung ist mindestens ein guter Hauptschulabschluss. Vertiefte Kenntnisse in Mathe, Deutsch, Physik, Biologie, Sport und Technik werden empfohlen. So müssen die Fachangestellten für Bädertechnik zum Beispiel Wasser analysieren, betriebstechnische Anlagen pflegen und warten und kleinere Reparaturmaßnahmen ausführen.

„Es gehört mehr dazu, als nur am Beckenrand zu stehen“, betont Olaf zur Loye. Gerade in einem kleineren Betrieb wie dem Rasteder Hallenbad besteht die Möglichkeit, viele unterschiedliche Bereiche kennenzulernen.

Das weiß auch Franziska Koch zu schätzen: „Ich wollte in ein kleineres Bad. Hier bekommt man mehr mit und kann mehr selbst machen. Da ist die Ausbildung abwechslungsreicher als in einem großen Bad und natürlich auch viel familiärer.“

Frank Jacob
Frank Jacob Redaktion Rastede, Redaktion Wiefelstede