RASTEDE - Die Türen in „Jan Pastor sien Huus“ sind jetzt wieder geöffnet. An diesem Freitag, 6. März, kann das Bauernmuseum an der Raiffeisenstraße 60 in Rastede wieder besichtigt werden. Einige Tausend Exponate aus mehr als 200 Jahren Land- und Hauswirtschaft sind hier zu sehen, in mehreren Ställen, Scheunen und auf dem Speicher.

Und das bei einem „kleinen Jubiläum“, denn vor 20 Jahren hat Walter Brötje dieses Museum eröffnet, nachdem er als Hofverwalter „viel herumgekommen“ ist und dabei stets Ausschau nach alten Dingen gehalten hat.

Mehr als 35 Jahre lang hat er gesammelt, und das Ergebnis findet sich in dem Museum wieder, das Sohn Detlef Brötje nach dem Tod des Vaters vor vier Jahren weiterführt – neben seinem eigentlichen Beruf bei der Bereitschaftspolizei in Oldenburg. Seine Mutter und seine Frau helfen ihm bei dieser Aufgabe, die immer mehr wächst.

So gibt sich Detlef Brötje nicht damit zufrieden, die Exponate auszustellen. Er katalogisiert sie jetzt, beschäftigt sich daneben mit der Familiengeschichte auf dem Brötje-Hof, die bis ins Jahr 1695 zurückreicht; seitdem ist hier die Familie Brötje ansässig.

Graf Anton Günther hatte das Haus 1966 dem Pastor Albertus Fabricius geschenkt. Dessen Tochter heiratete 1695 den Bauernsohn Gerd Brötje aus Kleibrok – womit seit 315 Jahren die Brötjes hier zu Hause sind.


Fotos seiner Ahnen hat Detlef Brötje aufgehängt – und danach kann der Rundgang durch ein Museum beginnen, das in seiner Art und Größe einzigartig im Bundesgebiet sein dürfte. Kutschen finden sich in der Hauptscheune mit dem Eingangsbereich, und auf dem Speicher findet sich eines der ältesten Exponate, ein hölzerner Pflug, bei dem sogar die Achse aus Holz ist und bereits im 18. Jahrhundert hergestellt worden ist; die Eisenbeschläge kamen erst später hinzu.

Von dieser Scheune geht es weiter in überraschend viele weitere Räume und Winkel mit Werkstätten von einst, unendlich vielen Geräten aus der Haus- und Landwirtschaft, von der handgetriebenen „Waschmaschine“ über die Eiersortiermaschine bis zur funktionstüchtigen Dreschmaschine und zum Lanz Bulldog mit den Rauchringen.

Geöffnet ist das Bauernmuseum freitags und sonntags jeweils von 14 bis 18 Uhr, Gruppen werden auch zu anderen Zeiten durch das Museum geführt; Anmeldungen unter 04402/81261. Pfingsten gibt es wieder, wie im vergangenen Jahr, eine kleine Bewirtung.