RASTEDE - An der Kooperativen Gesamtschule (KGS) in Rastede sind mit Beginn dieses Monats viele Förderangebote eingestellt worden. Hintergrund sind Arbeitsverträge mit neuen Entgeltregelungen für außerschulische Fachkräfte. Wie der didaktische Leiter der KGS, Dr. Arnold Bettien, mitteilt, seien 168 Schüler direkt betroffen. Indirekt seien es jedoch noch mehr, weil „wir aufgrund der neuen Vertragsbedingungen den Beginn des Förderunterrichts in der ersten Fremdsprache in Jahrgang 5 und der zweiten Fremdsprache in Jahrgang 6 des Gymnasialzweiges mit Beginn des zweiten Halbjahres erst gar nicht haben anlaufen lassen.“
Förderunterricht und Hausaufgabenbetreuung bietet die Schule nach Angaben von Schulleiter Gerd Kip in den Jahrgängen 5 bis 7 in nahezu allen Kernfächern an. „Viele der Maßnahmen werden von qualifizierten außerschulischen Fachkräften geleistet, die von der Schule bislang mit Dienstleistungsverträgen ausgestattet wurden“, erläutert Kip.
Künftig muss die Schule jedoch befristete Arbeitsverträge mit den außerschulischen Fachkräften abschließen – mit deutlich geringerem Entgelt (10,72 Euro brutto). Kip: „Selbst Schüler der Oberstufe verdienen bei privater Nachhilfe mehr, als Fachkräfte mit Hochschulabschluss künftig erhalten sollen.“
Zwar begrüße es die Schule, dass zukünftig klare vertragliche Regelungen gelten sollen, sagt Kip. Aufgrund des niedrigen Entgeltes und der Befristung sei jedoch zu befürchten, dass qualifizierte Kräfte nicht gehalten werden können.
In der Tat: Die Schule musste 28 außerschulischen Fachkräften einen Aufhebungsvertrag in beiderseitigem Einvernehmen zuschicken. 26 Personen akzeptierten diesen, zwei Fachkräfte lehnten ihn ab. Ein Gros des Förderunterrichts wird somit bis zum Schuljahresende ausfallen müssen.
Schulelternratsvorsitzender Rüdiger Winkelmann hat sich bereits in einem Schreiben an Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann gewandt. „Wir bitten Sie im Interesse unserer Kinder, den Weg für pragmatische Übergangslösungen im laufenden Schuljahr und tragfähige Regelungen in den kommenden Jahren freizumachen.“
