RASTEDE - Lebensmittel für Bedürftige: Im März besteht die Speisekammer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Rastede seit drei Jahren. Jeden Freitagnachmittag erfolgt die Ausgabe von Wurst, Käse, Nudeln, Obst und Gemüse und anderem mehr an sozialschwache Menschen aus den Gemeinden Rastede und Wiefelstede. Doch bevor es soweit ist, gibt es für die ehrenamtlichen Helfer viel zu tun.
„Montags und dienstags fahren wir auf Abruf zu verschiedenen Großhändlern, um dort Lebensmittel abzuholen“, erzählt Sabine Aden vom DRK. Von Mittwoch bis Freitag gibt es dann feste Abholtouren, bei denen weitere Lebensmittel bei örtlichen Einzelhändlern abgeholt werden. „Mindestens neun bis zwölf Helfer sind dann mit Kühlwagen, Kühlanhänger, Transporter und einem Laster unterwegs“, berichtet Sabine Aden.
Beim Schleppen der Kisten oder Paletten werden den Helfern schon mal die Arme lang. So bekam die Speisekammer neulich 15 Paletten mit Apfelsinen – Gesamtgewicht: eine Tonne. Jede der 40 Kisten pro Palette musste einzeln verladen werden, etwas anderes ermöglicht nämlich der gegenwärtige Fuhrpark der Speisekammer nicht.
„Deshalb wollen wir uns einen 7,5-Tonner anschaffen, der über Sponsoring finanziert werden soll. Er soll über eine Ladebordwand verfügen, um Paletten mit einem Hubwagen aufladen zu können“, berichtet Bereitschaftsleiter Jann Aden.
Sind die Waren in der Speisekammer angekommen, wird überprüft, ob auch alles in Ordnung ist. Obst und Gemüse werden zum Beispiel abgespült, bevor sie in die Ausgabewagen gelangen. Manchmal müssen aber auch Lebensmittel weggeworfen werden, weil das Haltbarkeitsdatum schon überschritten ist.
„Am Donnerstagnachmittag und Freitagvormittag packen wir dann die Kisten für jene Bedürftigen, die beliefert werden“, erklärt Sabine Aden. Denn: Wer schwer gehbehindert oder krank ist, bekommt die Lebensmittel nach Hause gebracht. Hier genügt ein Anruf in der Speisekammer unter Tel. 0 44 02/ 97 44 97.
Etwa 250 bis 300 Ausweise hat das DRK derzeit ausgegeben. Ein Ausweis steht dabei rechnerisch für eine Bedarfsgemeinschaft von 3,5 Personen. „Diese bekommen bei uns am Freitag Lebensmittel für vier bis fünf Tage“, sagt Sabine Aden. Seit diesem Jahr müssen sie dafür zwei Euro bezahlen.
Um die Arbeit zu bewältigen, fehlen dem Team aber weitere arbeitsfähige Kräfte. „Wir haben rund 50 ehrenamtliche Helfer“, berichtet Sabine Aden und fügt hinzu: „Vom hochrangigen General bis zum Analphabeten packen bei uns Leute mit an.“ Vorwiegend handelt es sich um Männer und Frauen zwischen 45 und 80 Jahre. Rund 20 000 Stunden ehrenamtliche Arbeit leisteten die Helfer im vergangenen Jahr – nach einem festen Dienstplan.
Bundesweit handelt es sich um die einzige DRK-Bereitschaft, die gleichzeitig Speisekammer und Kleiderkammer betreibt und so den gesamten sozialen Bereich abdeckt, sagt Sabine Aden.
