RASTEDE - Hartnäckigkeit, Entschlossenheit und ein langer Atem prägten die vergangenen 20 Jahre, die der Naturschutzbund nun schon mit einer Ortsgruppe in Rastede besteht. „20 Jahre, ist das wirklich ein Grund zu feiern?“, fragte Vorsitzender Horst Lobensteiner am Dienstagabend die gut 80 Zuhörer im Akademiehotel. Dort feierte der Nabu seinen runden Geburtstag.

Die Antwort gab Lobensteiner selbst: In einem Verein, der sich eher mit negativen Entwicklungen auseinandersetzen muss, seien zwei Jahrzehnte schon anders zu bewerten.

„20 Jahre mit einer Gemeindeverwaltung ohne Gesprächsbereitschaft, für die Naturschutz ein wegzuwägendes Übel, nur die Verhinderung ihrer Expansionsziele für Gewerbe- und Wohngebiete war und in einem Landkreis, der diese Zielsetzung als gemeindliche Selbstverwaltung interpretiert, sowie einer häufig passiven Bevölkerung können 20 Jahre Durchhaltevermögen schon eine endlos lange Zeit sein“, sagte der Vorsitzende.

Er erinnerte an die Gründung am 4. März 1992 im „Hof von Oldenburg“. Neun Naturfreunde seien damals zusammengekommen. Bis heute übriggeblieben sei nur der „harte Kern“: Klaus Hinsch, Horst Vollstaedt und Lobensteiner selbst.

Bei den ersten Aktivitäten ging es um Uferschwalbenkolonien und geschützte Biotope an den Nethener Seen. In den 1990er Jahren folgten unter anderem der Aufbau der Wildvogelpflegestation in Wahnbek, die Übernahme des Trafoturms Südbäke als Schleiereulenstandort, die Organisation der Krötenfangzäune am Eichenbruch und die Gründung einer Kinder- und späteren Jugendgruppe.


Aktuell beschäftigen den Nabu die Entwicklung im Hankhauser Moor (Torfmoosversuchsfeld) und das geplante Baugebiet in Richtung Hankhausen.

Der stellvertretende Bürgermeister Torsten Wilters gratulierte dem Nabu im Namen von Rat und Verwaltung zum Geburtstag. Das Engagement der Naturschützer halte er für richtig. Den Aufbau der Wildvogelpflegestation habe er immer verfolgt. „Es ist beeindruckend, was sich dort entwickelt hat“, sagte er. Künftig hoffe er auf eine bessere Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Politik und Nabu, brachte Wilters zum Ausdruck.

Im Verlauf der Feierstunde schlossen sich Vorträge des Nabu-Landesvorsitzenden Dr. Holger Buschmann und des Nabu-Vorsitzenden Oldenburger Land, Rolf Grösch, an. Dr. Klaus Hinsch berichtete zum Thema „Unterwegs im Ipweger Moor – Naturerlebnisse vor unserer Tür“.

Frank Jacob
Frank Jacob Redaktion Rastede, Redaktion Wiefelstede