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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Mehr Kredite und mehr Kundeneinlagen

02.03.2019

Rastede Die 59 Volks- und Raiffeisenbanken, die dem Genossenschaftsverband Weser-Ems angehören, blicken auf ein gutes Jahr zurück. „Wir haben unsere Marktposition ausbauen können“, sagte Verbandsdirektor Johannes Freundlieb am Freitag in Rastede. 2019 dürfte für die regionalen Genossenschaftsbanken aber ein schwierigeres Jahr werden. „Die Herausforderungen werden intensiver“, sagte Verbandsdirektor Axel Schwengels. Die Einzelheiten:

Das Geschäft:

Das addierte Bilanzvolumen der 59 Volks- und Raiffeisenbanken in Weser-Ems lag Ende 2018 bei 28,6 Milliarden Euro und damit 4,7 Prozent höher als im Vorjahr. Im Bundesschnitt betrug der Anstieg nur 4,3 Prozent. Die durchschnittliche Bilanzsumme stieg um 5,0 Prozent auf 485,5 Millionen Euro. Die Zahl der Beschäftigten blieb mit rund 6000 konstant.

    Bei den Kundenkrediten verzeichneten die Genossenschaftsbanken 2018 einen Anstieg um 5,1 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro. Zudem vermittelten die hiesigen Institute Kredite in Höhe von 6,2 Milliarden Euro an Unternehmen der genossenschaftlichen Finanz-Gruppe. Insbesondere die Kredite an das Baugewerbe (plus 16,8 Prozent) und die Wohnungsbaukredite an Privatpersonen (plus 13,2 Prozent) legten kräftig zu. „Das Streben nach Wohneigentum ist hier in der Region nach wie vor groß“, sagte Freundlieb. Die Kundeneinlagen wuchsen um 5,1 Prozent auf 18,8 Milliarden. Weitere 7,8 Milliarden Euro legten Kunden bei Unternehmen der genossenschaftlichen Finanzgruppe an.

Die Ertragslage:

Trotz eines „herausfordernden Umfelds“ wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase, eines intensiven Wettbewerbs, Investitionen in Digitalisierung und weiterhin steigender regulatorischer Anforderungen sei die Ertragslage der Institute in Weser-Ems „solide“ gewesen, sagte Freundlieb. Das vorläufige Betriebsergebnis vor Bewertung erhöhte sich um 0,04 Prozentpunkte auf 1,02 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme. Ein verringerter Zinsüberschuss sei durch einen geringeren Verwaltungsaufwand, insbesondere gesunkene Personalkosten, überkompensiert worden.

Das Filialnetz:

Die Zahl der Bankstellen verringerte sich 2018 gegenüber 2017 leicht von 501 auf 494 (davon 350 Filialen und 144 SB-Stellen). „Die Kundenfrequenz in den Filialen wird niedriger“, sagte Freundlieb. Mit einem Filialsterben im großen Stil rechnet er dennoch nicht. Bei komplizierteren Themen, wie Altersvorsorge, setzten weiterhin mehr als 80 Prozent der Kunden auf eine persönliche Beratung.

Der Ausblick:

Die Genossenschaftsbanken in Weser-Ems stellen sich auf schwierigere Rahmenbedingungen ein. „Der Wirtschaftsmotor beginnt, etwas zu stottern“, sagte Schwengels. Die Brexit-Diskussion und die anstehenden Neuwahlen des Europäischen Parlaments, bei denen eine Zersplitterung der Parteienlandschaft nicht auszuschließen sei, setzten die EU unter Druck. „Angesichts dieser Unsicherheiten ist auch 2019 nicht mit einer Leitzinserhöhung zu rechnen“, sagte er. „Für die Genossenschaftsbanken wird entscheidend sein, wie gut es weiterhin gelingt, die Margeneinbußen durch Volumenzuwächse im Kreditgeschäft einigermaßen zu kompensieren, ohne zu viel zu riskieren“, so Schwengels.

Die Forderungen:

Nicht müde werden die Genossenschaftsbanken, die Regulierung, die kleine, regionale Institute oftmals auf eine Stufe mit internationalen Investmentbanken stelle, zu kritisieren. Freundlieb forderte von der Politik eine „Regulierung mit Augenmaß“. Es fehle oft ein Maß an Proportionalität. „Regulierung muss nutzenstiftend sein, nicht lastenaufbürdend“, betonte er.

    Zugleich forderte Schwengels die Politik auf, die Pläne für eine Finanztransaktionssteuer aufzugeben. Zum einen würde diese längst nicht nur Spekulationsgeschäfte, sondern auch viele unerlässliche Finanzgeschäfte, wie die Absicherung von Währungsrisiken, treffen. Zum anderen verteuere sie Aktiengeschäfte, was sich negativ etwa auf die private Altersvorsorge auswirke.

Jörg Schürmeyer Redakteur / Wirtschaftsredaktion
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