RASTEDE - RASTEDE - Herzog Peter Friedrich Ludwig (1755 – 1829) legte den Grundstein zum Rasteder Park- Ensemble, indem er ab 1777 hier Landbesitz erwarb, um sich eine Sommerresidenz nahe dem Regierungssitz Oldenburg anzulegen. Als er am 1. Mai 1778 den Besitz übernahm, begann er sogleich mit den Umbauarbeiten zu seinem Schloss sowie der Umgestaltung des Gartens im „Englischen Stil".

1784 – 1793 war Carl Ferdinand Bosse, der u. a. in England gelernt hatte, als Hofgärtner in Rastede; sein Nachfolger wurde sein Halbbruder Christian Ludwig Bosse. Carl Ferdinand Bosse wird die Schaffung des Englischen Landschaftsparks Rastede zugeschrieben.

Der nördliche Teil der Anlage wird jedoch erst nach seinem Tod, wahrscheinlich unter bzw. von Christian Ludwig Bosse vor der „Franzosenzeit" in Oldenburg, also bis etwa 1810, im reinen landschaftlichen Stil gestaltet worden sein. Die Bosse zugeschriebene 280 m lange Rhododendronhecke, die östliche Begrenzung des Schlossgartens, kann erst nach Erweiterung des Schlossgartens 1830 gepflanzt worden sein.

Zum Englischen Garten passend, wurde in den 1790er Jahren ein kleiner klassizistischer Pavillon, der „Venustempel" genannt, im Schlossgarten errichtet. Das an den Schlossgarten anschließende Waldgebiet, der Hagen, diente als Wildpark, in dem Rehe und Hirsche gehalten wurden.

1782 waren die Wassermühle und ein dann als Vorwerk dienendes Gehöft, im Norden und im Süden am Rande des Hagens gelegen, dazu gekauft worden. Großherzog Paul Friedrich August (reg. 1829 – 1853) ließ aus der alten Graft vor dem Schloss zwei Teiche gestalten, den kleinen Teich vor dem Kavalierhaus und den so genannten Schlossteich.


Außerhalb des Schlossgartens ließ der Großherzog ebenfalls Teiche anlegen: Der schon bestehende Krebsteich erhielt eine „landschaftliche" Form, er wurde durch den Langen Teich mit dem Rundteich verbunden. Ab 1842 wurde der Ellernteich mit zwei Inseln angelegt

In Hankhausen – Eichenbruch, Abtsbusch – hatte Paul Friedrich August 1843 einen Wildpark eingerichtet, der erst mit Rothirschen und später, da diese zu viel Schaden anrichteten, mit Damwild besetzt wurde; am Rande dieses Wildparks wurde ein Wildhüterhaus, das „Forsthaus", erbaut.

Unter Großherzog Nikolaus Friedrich Peter (reg. 1853-1900) erfuhr das Rasteder Park-Ensemble weitere bedeutende Veränderungen. Er ließ u.a. den „Verbindungspark" zwischen Schlosspark und Wildpark Hankhausen anlegen, den Park unter Verlegung des Vorwerks nach Süden ausgestalten und dort 1871 das Hirschtor errichten.

Das über 300 Hektar umfassende Park-Ensemble ist ein großartiges Geschenk für Rastede - als grüne Lunge des Ortes, als Nahziel zahlloser Spaziergänger, Wanderer und Sportler, als Austragungsort vieler kleiner und großer Veranstaltungen, als Tourismus-Werbeargument.

Es ist dies alles als eingetragenes Kulturdenkmal landschaftlicher Gartenkunst ein wertvolles kulturelles Erbe, das zu erhalten nicht nur gesetzliche Pflicht, sondern auch eine Herzensangelegenheit vieler Bürger ist.

Speziell für die Wiederbeschaffung der Bronzehirsche, d. h. für die Wiederherstellung des Hirschtors, hatte sich der „Förderkreis Hirschtor" unter großer Spendenbeteiligung der Rasteder erfolgreich eingesetzt.

Er ging auf in dem 1996 gegründeten „Freundeskreis Schloßpark", der seither an vielen Stellen im Schlosspark und im Palaisgarten mit „Aufräum"-Arbeiten, Nachpflanzungs- und Restaurierungsmaßnahmen an der Erhaltung dieser schönen, historischen Parkbilder mitwirkt.

(Quelle: Margarethe Pauly)