RASTEDE - In der Schule wird nicht nur gelernt. Mittwochs wird hier „richtig“ gearbeitet – wie in einer Firma.

Von Wolfgang Müller

Die beste Werbung hatten in der vergangenen Woche die „Food Factory“ und „Shake it Baby“: Sie überzeugten mit ihren Produkten beim zehnjährigen Bestehen der Cafeteria an der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Rastede. Hier sorgten sie für die passenden Häppchen und für die Coctails.

Schülerinnen und Schüler aus den 8. Jahrgängen sind es, die an der KGS die verschiedensten Schülerfirmen bilden – wie die „Food Factory“, die an jedem Mittwoch 30 bis 40 Portionen Nudeln mit Tomatensoße an die Cafeteria liefern, den Teller für 1,50 Euro. Fünf Kilo Nudeln, 20 Dosen Tomaten und frisch geschnittene Zwiebeln, dazu gekonnt dosierte Gewürze bilden das Standardgericht. Die 13 Mädchen und Jungen in der Küche bilden eine Firma nach allen Regeln des Geschäftslebens, und das wiederum ist praktizierte Wirtschaftskunde. Das reicht bis hin zur Abmahnung, wenn jemand wiederholt unzuverlässig, „aber das passiert nicht oft,“ erklärt Geschäftsführerin Aileen Janssen.

Gleich nebenan mixt „Shake it Baby“ die Milchdrinks für die Pause. Geschäftsführerin Birte Wefer hat mit ihrem Team erst kürzlich eine erfolgreiche Werbe-Aktion gestartet (die NWZ berichtete). Und nach dem Erfolg beim Cafeteria-Geburtstag wird daran gedacht, den Getränkeservice beim Abschlussfest der 10. Klassen zu übernehmen.


An jedem Mittwoch ist Arbeitstag für die Schülerfirmen der KGS im Hauptschulzweig – so auch bei „Drahtesel“, jenem Unternehmen, das Fahrräder putzt und repariert und auf mehr Kunden hofft, „zumal wir äußerst preisgünstig sind“, betont Geschäftsführer Costa Müntzel. „Drahtesel“ ist Partner der Firma Zweirad-Stückemann.

Mit einem Umsatz von rund 1000 Euro im Jahr ist „Holz und mehr“ außerordentlich geschäftstüchtig und denkt an Expansion, mit Startdarlehen einer örtlichen Bank. Das Geld fließt, wie bei den meisten anderen Firmen der Schule auch, in die Klassenkasse, für den Jahresausflug.

Ausgefallen ist es, was in der Firma „C by G“ entsteht. „Wir stellen aus recyclebarem Material neue Sachen her“, drückt es Geschäftsführerin Janina Garms bescheiden aus. Doch dahinter verbergen sich Accessoires, die einem Profi-Designer alle Ehre machen würden – wie beispielsweise Taschen aus zusammengenähten Capri-Sonne-Tüten.

Zum „festen Inventar“ der Schule gehört schließlich der „KGS-Shop“ – wer Tintenkiller, Bleistift, Radiergummi oder Patronen braucht, kein Problem: Verkauf in der Pausenhalle.

Eines gemeinsam haben alle Firmen: Auf praktische und auch unterhaltsame Weise werden die Schülerinnen und Schüler auf die Berufswelt vorbereitet – mit einer Vermarktung und mit Produkten, auf die sie stolz sein können.

Bilder der Schülerfirmen unter www.NWZonline.de/

fotogalerie-ammerland